Archiv der Kategorie: Hausgottesdienste

Ostersonntag 4.4. 1.Kor 15,19-28

Wir feiern unseren Hausgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Frohe Ostern!

Wir feiern die Auferstehung unseres Herrn.

Der Tod ist verschlungen vom Sieg.

Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt

Durch unseren Herrn Jesus Christus.

 

Lied 99 Christ ist erstanden

Christ ist erstanden von der Marter alle. Des solln wir alle froh sein; Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen. Seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ. Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja. Des solln wir alle froh sein; Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

 

Gebet

Herr, du bist auferstanden.

Jesus Christus, du lebst.

Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Nimm alle Angst von uns!

Befreie uns von dem, was uns eng macht

und bedrückt!

Erfülle uns mit Hoffnung!

Herr, erbarme dich!

 

Lesung Mk 16,1-8

Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, zusammen mit Salome wohlriechende Öle,

um den Leichnam Jesu zu salben.

Sehr früh am nächsten Morgen machten sie sich auf den Weg zum Grab.

Es war der erste Tag der neuen Woche, und die Sonne ging gerade auf, als sie dort ankamen. Unterwegs hatten sie zueinander gesagt:

Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch als sie aufblickten, sahen sie, dass der Stein weggewälzt war; er war nämlich sehr groß.Sie betraten die Grabkammer und sahen dort auf der rechten Seite einen jungen Mann in einem weißen Gewand sitzen.

Die Frauen erschraken; er aber sagte zu ihnen: Ihr braucht nicht zu erschrecken!

Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Geht nun zu seinen Jüngern und sagt zu ihnen: Er geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch angekündigt hat. Zitternd vor Furcht und Entsetzen verließen die Frauen das Grab und liefen davon.

 

Lied 103,1-4 Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt Seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Der Engel sprach: “Nun fürcht’ euch nicht, denn ich weiß wohl, was euch gebricht. Ihr sucht Jesus, den find’t ihr nicht.” Halleluja, Halleluja, Halleluja.

“Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not; kommt, seht, wo Er gelegen hat.”

Halleluja, Halleluja, Halleluja.

 

Predigt 1.Kor 15,19-28

 

Anfang und Ende gehören Gott.

Wir spüren eine Ergriffenheit, ein Erschrecken vor dem Geheimnis, wenn ein Mensch geboren wird und wenn ein Mensch stirbt. Die Frauen sind tief erschrocken vor dem, was die Engel sagen. „Christus ist auferstanden“ Was soll das bedeuten?

Ein neuer Anfang von Gott, ergreifend und erschütternd.

Anfang und Ende gehören Gott.

Vielleicht kennen Sie den Brauch, vor dem Anschneiden eines Brotes ein Kreuz darauf zu zeichnen. Die ersten Früchte, die erstgeborenen Tiere wurden Gott als Erstlingsgabe geweiht. Gott schenkt den Anfang – das bedeuten diese Gesten. Gott, der Schöpfer gibt uns auch den Neuanfang. Paulus schreibt im 1. Korintherbrief:

 

Wenn wir allein für dieses Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, dann sind wir erbärmlicher dran als alle anderen Menschen.

Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden, als Erstling derer, die entschlafen sind.

Da nämlich durch einen Menschen der Tod kam, kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus auch alle zum Leben erweckt werden.                               Christus ist der Erstling, Gottes Erstlingsgabe an uns. Seine Auferstehung ist ein Anfang für uns. Auch wir sollen auferstehen.

Anfang und Ende gehören Gott. Das Wort Erstling deutet an: Dieser Anfang gehört Gott. Ostern ist ein Anfang. Und was an Ostern geschah, geht weiter. Es zielt auf Vollendung.

Was mit der Auferstehung Jesu beginnt, ist grundlegend neu. Es wird alles verändern.

Darum muss Paulus auf den allerersten Anfang verweisen. Nur so kann er beschrei-ben, wie sehr sich alles wandeln wird.

Er stellt Adam und Christus einander gegenüber.

Adam ist der sterbliche Mensch. Sein Name erinnert an die Adama, die Erde, zu der er zerfallen wird. Adam sind wir auch. Wir sind Adamsmenschen in einer Adamswelt.

Wir leiden und fügen einander Leid zu.

Wir müssen sterben und säen selber Tod und Zerstörung.

Christus ist der neue Mensch, der Mensch voll Leben. Er leidet und vergibt.

Er stirbt und sät Leben.

Christusmenschen werden wir.

Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus auch alle zum Leben erweckt werden. Noch ist es nicht soweit Noch sind wir Adamsmenschen. Noch herrscht der Tod.          Wir können uns kaum vorstellen, dass es je anders sein wird. Ostern ist erst der Anfang.

Gott selbst muss uns helfen, diesem Anfang zu vertrauen.

Im Römerbrief schreibt Paulus: Mit allen Geschöpfen seufzen wir und klagen über unsere Vergänglichkeit. Ja, wir wissen nicht einmal, wie wir beten sollen. So fern scheint uns das Leben.

Aber Gott schenkt uns als Erstlingsgabe den Heiligen Geist. Der hilft uns beten und hoffen und vertrauen.

Hier ist es wieder, das Wort „Erstling“:

Gott selbst schenkt uns den Anfang und die Hoffnung auf ein gutes Ende. Jesu Auferstehung zeigt uns, was Gott mit uns vorhat.

Ostern ist der Anfang vom Ende des Todes.

Christus ist der Anfang des Lebens.

Wir werden Christusmenschen.

Wir werden auferstehen.

Aber wir gehören ja schon jetzt zu Christus.

Wir leben und glauben ja schon von Ostern her.

Nie mehr verlischt dieses Licht.

Mit dem Anfang zu Ostern ist schon verbürgt:   Alle werden einmal das Licht Gottes sehen.

Für alle wird eine neue Zeit beginnen.

Paulus schreibt weiter: wie in Adam alle sterben, so werden in Christus auch alle zum Leben erweckt werden. Jeder aber an dem ihm gebührenden Platz: als Erstling Christus, dann die, die zu Christus gehören, wenn er kommt. Dann ist das Ende da, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergibt, wenn er alle Herrschaft, alle Gewalt und Macht zunichte gemacht hat.

Denn er soll herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füße gelegt hat.

Als letzter Feind wird der Tod vernichtet.

Denn alles hat er ihm unterworfen, unter die Füße gelegt. Wenn es aber heißt: alles ist ihm unterworfen, so ist klar: mit Ausnahme dessen, der ihm alles unterworfen hat.

Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.

Von Ostern her sehen wir weiter.

Feinde des Lebens werden besiegt.

Gewalt wird zerstört. Ungerechte Macht ist am Ende. Der Tod hat ausgespielt.

Was an Ostern begonnen hat, geht weiter.

Paulus blickt voraus bis zum Ende aller Zeit. Mit Hilfe von Psalmversen beschreibt er die Hoffnung.

Die Endzeitperspektive ist uns wohl fremd.

Aber die Hoffnung, alle Feinde Gottes werden besiegt, kann auch uns begeistern:
Nichts muss einfach bleiben, wie es ist.

Ein Ende der Gewalt gegen die Schöpfung.

Frieden: Erstarrte Konflikte müssen nicht bleiben.

Unrecht muss nicht einfach weitergehen.

Schmerz und Leid und auch die Pandemie sind begrenzt.

Ostern: der Anfang einer neuen Schöpfung.

Für alle beginnt eine neue Zeit.

Ostern: der Blick auf das gute Ende.

Alle werden das Licht Gottes sehen.

Dann stehen Mensch und Mensch zusammen, vor eines Herren Angesicht,

und alle, alle schaun ins Licht,

und er kennt jedermann mit Namen. (EG 20,8 Jürgen Henkys nach einem niederländischen Adventslied)

 

Lied 117 der schöne Ostertag

 

Der schöne Ostertag!

Ihr Menschen, kommt ins Helle!

Christ, der begraben lag,

brach heut aus seiner Zelle.

Wär vorm Gefängnis noch der schwere Stein vorhanden, so glaubten wir umsonst.

Doch nun ist er erstanden, erstanden, erstanden, erstanden.

 

Was euch auch niederwirft,

Schuld, Krankheit, Flut und Beben –

er, den ihr lieben dürft,

trug euer Kreuz ins Leben.

Läg er noch immer, wo die Frauen ihn nicht fanden, so kämpften wir umsonst.

Doch nun ist er erstanden.

 

Muss ich von hier nach dort

– er hat den Weg erlitten.

Der Fluss reißt mich nicht fort,

seit Jesus ihn durchschritten.

Wär er geblieben, wo des Todes Wellen branden, hofften wir umsonst.

Doch nun ist er erstanden.

 

 

Gebet

Jesus, du lebst;

wir feiern deine Auferstehung und danken dir.

Der Tod ist besiegt.

Der Anfang ist gemacht.

Hab Dank, dass wir zu dir gehören.

Hab Dank für die Hoffnung, die du uns schenkst.

Du lebst und wir sollen leben.

 

Vor dir denken wir an unsere Kranken,

an die, deren Leben angegriffen und

eingeschränkt ist, an die, die mit Schmerzen,

Mühen und Angst kämpfen.

Steh ihnen bei und bewahre sie.

Gib denen Kraft, die Kranke und Sterbende

betreuen.

Bewahre die, die sich um Angehörigen sorgen.

Tröste die Trauernden.

Wir bitten für die, die allein sind und darunter jetzt

besonders leiden.

Behüte diejenigen, die überfordert sind

durch die Einschränkungen.

Wir bitten für die, die sich um ihre Existenz

sorgen müssen.

Wir bitten für alle, die verantwortlich für andere

Entscheidungen treffen müssen.

 

Gib uns deinen Heiligen Geist.

Erfülle uns mit deiner Hoffnung.

Mach uns zu Zeugen deines Lebens und deines

Friedens. Wir bitten unsere Gemeinde und für die

Christinnen und Christen aller Konfessionen,

für unsere Partnergemeinde in Sundhouse und

für die Glaubenden in allen Ländern.

 

Vaterunser

 

Segen:

 

Gott segne dich und er behüte dich.  

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.  

Gott hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden. Amen

 

Karfreitag 2.4. Jes 53,3-5

Karfreitag 2021

 

Wir feiern unseren Hausgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

EG 85 O Haupt voll Blut und Wunden 1+2+6

O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir!

Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte: wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht’?

Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinen Arm und Schoß.

 

Gebet mit Psalm 22

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

Ich schreie zu dir, Gott, aus zerstörten

Städten und Flüchtlingslagern. Was ich

gesehen habe, ist nicht zu ertragen.

Was Menschen einander antun, ist

unvorstellbar.

Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

Ich schreie zu dir, Gott, aus Ländern, in

denen nichts mehr funktioniert, in denen

Gewalt und Willkür herrscht. Ich habe

Angst um die Kinder. Ich sehe keine

Zukunft.

Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

Ich schreie zu dir aus meiner inneren Not,

aus Krankheit, Verzweiflung, Trauer und

Angst.

Aber du, Herr, sei nicht ferne;

meine Stärke, eile, mir zu helfen. Amen

 

EG 91 Herr, stärke mich dein Leiden … 1+2+9

Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,

mich in das Meer der Liebe zu versenken,

die dich bewog, von aller Schuld des Bösen

uns zu erlösen.

 

Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen.

 

Unendlich Glück! Du littest uns zugute.

Ich bin versöhnt in deinem teuren Blute.

Du hast mein Heil, da du für mich gestorben,

am Kreuz erworben.

 

Predigtgedanken

Die Jünger sind schockiert: Jesus, ihr Meister stirbt am Kreuz. Er hat Gottes Reich ganz nah gepredigt. Jetzt wird er verhöhnt durch die Dornenkrone und die Tafel über seinem Kreuz. „König!“ Er hat nur Gutes getan. Jetzt wird er geplagt und geschlagen. Er nannte Gott seinen lieben Vater im Himmel. Jetzt lässt Gott ihn so leiden und sterben. Wie kann das sein?

Später werden die Christen verspottet, dass sie einen Gekreuzigten anbeten. Bis heute ist das Kreuz anstößig. Wir glauben: Jesus ist für uns gestorben und Gott hat ihn von den Toten auferweckt. In der Schrift fanden die frühen Christen und finden wir Worte, die uns helfen, den Tod Jesu zu verstehen.

 

Der Prophet Jesaja schreibt über den leidenden Knecht Gottes (53,3-5):

Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.

Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

 

Was Jesus angetan wird, ist ungerecht. Sein Leiden ist schrecklich. Aber sein Tod ist nicht sinnlos. Jesus ist für uns gestorben.

 

er war der Allerverachtetste:

Schlimmer geht nicht. Tiefer, elender, leidvoller ist nicht vorstellbar. Die Opfer von Erniedrigung und Gewalt, die Menschen in tiefstem Leid wissen ihn an ihrer Seite. Es schaudert uns, wenn wir an die Not im Jemen oder in Syrien denken oder an die Opfer von Missbrauch. Wir denken voll Sorge an die Beatmeten in den Intensivstationen – so ausgeliefert.

Zu ihnen wollen wir um keinen Preis gehören.

Aber Gott ist in Jesus gerade bei ihnen.

Er ist da, wo das Leid am größten ist.

An den tiefsten Punkten des Lebens, in Schmerz, Verzweiflung, Ausgeliefertsein, Erniedrigung, in Krankheit, Angst und Tod, da ist Jesus. Gott will bei den Leidenden sein. In diesem Sinn nimmt Gottes Sohn unser Leid, unseren Tod auf sich.

Jesus ist für uns gestorben.

 

er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Jesus heilt Menschen. Jesus lebt für andere. Er heilt Menschen mit schlimmen, anstecken-den Krankheiten. Er nimmt sich der psychisch Kranken an, die man für besessen hält und fürchtet. Das ist ein mühsamer Weg. Umstritten, angefeindet ist Jesus von Anfang an, obwohl ihm auch viele zujubeln.

Die Verhaftung und das Todesurteil kommen nicht überraschend. Sie sind der letzte Schritt seiner Hingabe für andere. Wie kein anderer erkennt Jesus, was uns fehlt. Er kennt unsere Bedürftigkeit.

Die Verlorenen will Jesus suchen und retten.

So setzt Gott sich ein. So gibt Jesus sich hin.

Jesus ist für uns gestorben.

 

er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen.

Alle versagen und machen sich schuldig. Zynisch und grausam begeht Pilatus einen Justizmord. Brutal und ungerührt foltern die Soldaten Jesus.

Verblendet und selbstgerecht verurteilen und verspotten ihn die Priester und das Volk.

Feige lassen ihn seine Freunde allein.

Und Jesus lässt all das geschehen. Er ist unschuldig und leidet, ohne sich zu wehren. Und er vergibt.

Sie alle bedürfen der Vergebung.

Wir alle bedürfen der Vergebung.

Wir sind verstrickt in Schuld. Auch durch unser Versagen werden spätere Generationen die Folgen des Klimawandels ausbaden. Durch unser Versagen scheitern Beziehungen.

Egoistisch wenden wir uns von unseren Mitmenschen ab und damit auch von Gott.

Aber Gott wendet sich uns zu.

Gewiss: Das Unrecht kann nicht durch ein neues Unrecht aufgewogen werden. Blut reinigt nicht.

Aber in Jesus nimmt Gott selbst die Folgen der Sünde auf sich. Er setzt sich ein. Er trägt die Last der Schuld. In diesem Sinn bringt unser Versagen, unsere Schuld Jesus ans Kreuz.

Jesus ist für uns gestorben.

 

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind  wir geheilt.

Wir werden nicht bestraft, sondern versöhnt.

Gott will uns versöhnen.

Ein falscher Gedanke über Gott hat sich eingeschlichen und hält sich hartnäckig:

Es ist falsch zu sagen, Jesu Tod stille den Zorn Gottes. Gott bedarf nicht der Versöhnung.

Von Gott geht die Versöhnung vielmehr aus.

Die Welt und wir haben Versöhnung bitter nötig.

Die Welt braucht Frieden. Wir brauchen Gnade.

Gott will uns schon immer gnädig sein.

Gottes Gnade und Liebe sind nicht erst das Ergebnis des Todes Jesu am Kreuz, sondern der tiefe Grund für den ganzen Weg Jesu bis hin zum Kreuz.

Aus Liebe zu uns wird Gott Mensch.

Aus Gnade und Liebe heilt Jesus Menschen und vergibt ihnen und zeigt ihnen den Vater im Himmel. Aus Liebe geht er so weit, bis zum Kreuz, damit wir Versöhnung, Vergebung und Frieden haben.

Jesus ist für uns gestorben.

„Für uns“. Was da am Kreuz geschieht,

rührt uns  an und verwandelt die Welt.

Für unser Leid, für unsere Bedürftigkeit, für unser Versagen, für unseren Frieden stirbt Jesus.

Auch am Karfreitag, bleiben wir jedoch nicht am Kreuz stehen. Wir wissen schon um den Ostermorgen. Wir denken schon von Ostern her. Leid und Schuld und Tod behalten nicht das letzte Wort.

Für uns, zu unserem Heil, ist Jesus gestorben und auferstanden. Das Kreuz, Zeichen des Todes und des Unheils, wird uns zum Zeichen der Überwindung von Tod, zum Zeichen des Heils.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

 

Neue Lieder 164

In einer fernen Zeit gehst du nach Golgatha, erduldest Einsamkeit, sagst selbst zum Sterben ja.

 

Du weißt, was Leiden ist. Du weißt, was Schmerzen sind, der du mein Bruder bist, ein Mensch und Gottes Kind.

 

Verlassen ganz und gar von Menschen und von Gott, bringst du dein Leben dar und stirbst den Kreuzestod.

 

Stirbst draußen vor dem Tor, stirbst mitten in der Welt.

Im Leiden lebst du vor, was wirklich trägt und hält.

 

Erstehe neu in mir. Erstehe jeden Tag. Erhalte mich bei dir, was immer kommen mag. Amen. Amen. Amen

 

Gebet

Gott, unser Vater, wir danken dir für deine unergründliche Liebe.

Du überlässt uns nicht uns selbst.

Du gibst keinen Menschen verloren.

Du setzt dich dem Leid und dem Bösen aus.

Wir sehen auf dein Kreuz.

Du bist bei den Geschlagenen, Verzweifelten

und Erniedrigten.

Wir bitten dich für alle, die leiden in Krieg und Not,

bedrängt von Gewalt, ungewiss auf der Flucht.

Wir bitten dich für unsere Lieben, um die wir uns sorgen, für unsere Kranken, für die Trauernden.

Stärke uns, wenn wir selbst Leid erfahren.

Dir vertrauen wir uns an.

 

Segen:

Gott segne dich und er behüte dich.  

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.  

Gott hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden. Amen

 

 

 

 

 

 

 

Herzliche  Grüße  und  Segenswünsche ,                       Andreas  Hansen

Hausgottesdienst 21.3.21

Wir feiern unseren Hausgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Seit über einem Jahr plagt uns die Pandemie. Seit zehn Jahren ist Syrien ein Schlachtfeld. Warum trifft Menschen das Leid? Warum wütet die Gewalt, herrscht das Unrecht. Warum werden Menschen von einem Virus befallen?

Schaffe mir Recht, Judika, so heißt dieser Sonntag. Ein bedrängter Mensch klagt Gott sein Leid, er fragt „Warum?“ und klagt Gott an. Er sehnt sich nach Klarheit.

 

Psalm 43

Gott, schaffe mir Recht  und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

Denn du bist der Gott meiner Stärke:

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich drängt?

Sende dein Licht und deine Wahrheit,

dass sie mich leiten

und bringen zu deinem heiligen Berg

und zu deiner Wohnung,

dass ich hineingehe zum Altar Gottes,

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Amen

 

Gott, schaffe mir Recht! Gott, schaffe uns Recht! Zeig uns dein Erbarmen, schweige nicht zu dem Leid! Es schreit zum Himmel, was geschieht. Viele verlieren die Geduld. Sie sind verzweifelt. Sie sehen kein Ende. Schaffe uns Recht! Bewahre uns vor den Rechthabern! Bewahre mich selbst vor Selbstgerechtigkeit und Rechthaberei!

Sende dein Licht und deine Wahrheit. Jesus, wir sehen auf deinen Weg zum Kreuz. Du verzichtest auf dein Recht. Du gebrauchst keine Gewalt und weichst nicht aus. Du setzt dich selbst ein. Deine Liebe überwindet das Böse. Zeig uns dein Erbarmen! Richte die Verzweifelten auf! Sende dein Licht und deine Wahrheit. Amen

 

Lied 97  Holz auf Jesu Schulter

Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

Wollen wir Gott loben, leben aus dem Licht. Streng ist seine Güte, gnädig sein Gericht. Kyrie eleison, …

Denn die Erde jagt uns auf den Abgrund zu. Doch der Himmel fragt uns: Warum zweifelst du? Kyrie eleison, ….

Hart auf deiner Schulter lag das Kreuz, o Herr, ward zum Baum des Lebens, ist von Früchten schwer. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehn. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

„Warum?“, so fragen Menschen, die über ihrem Leid verzweifeln. „warum hast du mich verlassen?“ – Jesus am Kreuz schreit Gott an, wie die Beter und Beterinnen der Psalmen. Unschuldig ist Hiob in tiefes Leid geraten. Er klagt sein Leid.

Predigttext Hiob 19,19-27

Meine engsten Freunde verabscheuen mich. Sogar diejenigen, die mir am liebsten sind, stehen mir feindselig gegenüber. Meine Haut klebt nur noch an den Knochen. Nur das nackte Leben ist mir noch geblieben.

Habt Mitleid, habt Mitleid mit mir, ihr meine Freunde! Denn Gott hat mich mit diesem Unglück geschlagen. Warum verfolgt ihr mich, wie Gott es tut? Wann hört ihr endlich auf, mich zu zerfleischen?

Ach, wenn ich mir doch wünschen könnte, dass meine Verteidigungsrede aufgeschrieben wird – wie bei einer Inschrift, die man in den Stein ritzt! Mit einem Meißel soll man sie in den Fels hauen und ihre Buchstaben mit Blei ausgießen.

Ich weiß ja doch, dass mein Erlöser lebt,   und zuletzt wird er sich über dem Staub erheben. Mit zerfetzter Haut stehe ich hier. Abgemagert bin ich bis auf die Knochen. Trotzdem werde ich Gott sehen. Ich werde ihn mit meinen Augen sehen, und er wird für mich kein Fremder sein. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.

Unvorstellbar ist die Leidensgeschichte Hiobs. Schlag auf Schlag verliert er alles, seinen Reichtum, seine Kinder, sein Ansehen, seine Gesundheit. Übersät mit Geschwüren sitzt er im Dreck. Seine Frau sagt: „Was bringt dir dein Glaube jetzt noch? Gott – kannst du vergessen!“ Aber Hiob will weiter glauben.

Seine Freunde kommen. Lange sitzen sie schweigend bei ihm. Dann beginnt Hiob zu klagen. „Warum? Warum tust du mir das an, Gott?“

Wir hören richtig: Hiob klagt Gott an. Er beschimpft Gott. Seine Wut, seinen Schmerz, seine Verzweiflung schreit er heraus. „Du hast mich geschlagen. Du verfolgst mich. Du zerfleischst mich.“ An anderen Stellen wird er noch drastischer. Darf man so mit Gott reden? Darf man Gott anklagen?

Die Freunde meinen: „So geht das nicht, Hiob. Bestimmt gibt es irgendeinen Grund für dein Leid. Überleg doch mal: Was hast du angestellt?“

Hiob jammert: Habt Mitleid mit mir! Warum verfolgt ihr mich, wie Gott es tut? Auch die Freunde lassen ihn im Stich. Er ist ganz allein. Darum will er seine Rede in Stein meißeln – wenigstens vergessen werden will er nicht.                                  Leid macht einsam.

Wir hören die Berichte von den Flüchtlingen im Lager Kara Tepe auf Lesbos. Eine kurze Notiz, schon bald wieder vergessen. Wir sehen die Bilder aus Syrien, unvorstellbare Schicksale, Millionen auf der Flucht, Hunger – aber schnell gehen wir zur Tagesordnung über.

Leid macht einsam.

Wer kann ermessen, was es bedeutet, wenn ein geliebter Angehöriger plötzlich erkrankt, in die Intensivstation muss, nicht ansprechbar ist, stirbt? Wer kann den Schrecken und die Leere fühlen? Unvorstellbar. Wir können uns nur dazusetzen und den Mund halten, um Himmels Willen nicht vertrösten oder Erklärungen suchen für das, was nicht zu erklären ist.

Das Leid macht auch Jesus einsam.

Alle laufen weg von ihm, erschrecken, ekeln sich, haben Angst, verraten und verleugnen ihn. Er ist ganz allein und auch von Gott verlassen. „Warum?“ so schreit Jesus zu Gott.

Darf man Gott anklagen? Elie Wiesel erzählt von einer Gerichtsverhandlung, die sein Lehrer im Lager in Auschwitz einberief: „Er hatte zwei andere Rabbiner hinzugezogen und sie beschlossen, Gott anzuklagen, im angemessener, korrekter Form, wie es ein richtiges rabbinisches Tribunal tun soll, mit Zeugen, Argumenten, usw. (…) Die Verhandlungen des Tribunals zogen sich lange hin. Und schließlich verkündete mein Lehrer, der Vorsitzender des Tribunals war, das Urteil: Schuldig. Und dann herrschte Schweigen (…) ein endlos langes Schweigen. Aber schließlich sagte mein Lehrer: „Und nun, meine Freunde, lasst uns gehen und beten.“ Und wir beteten zu Gott, der gerade wenige Minuten zuvor von seinen Kindern für schuldig erklärt worden war.“ (Loccumer Protokolle 25/1986, S. 118ff)

Hiob klagt Gott an, aber er lässt Gott nicht los. Er versteht Gottes Wege nicht.                                          Sein Leid ist nicht zu erklären.                                            Er ringt mit Gott.                                                                  Aber er gibt Gott nicht auf.     Er flieht vor Gott, der ihn so geschlagen hat.   Und er flieht doch zu Gott hin. Hiob wagt trotz allem zu glauben, zu hoffen. Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Wir sehen auf den Weg zum Kreuz und wir schauen doch schon auf Ostern.

Hiobs Bekenntnis der Hoffnung vertont Händel in seinem Messias:

Sie können das hören über youtube: https://www.youtube.com/watch?v=Kg7aXEvCeXY

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt  und zuletzt wird er sich über dem Staub erheben. Mit zerfetzter Haut stehe ich hier. Abgemagert bin ich bis auf die Knochen. Trotzdem werde ich Gott sehen.  Ich werde ihn mit meinen Augen sehen, und er wird für mich kein Fremder sein.

Hiob wagt es an Gott festzuhalten. Nicht im Brustton fester Überzeugung, eher leise, nach vielen Tränen, suchend, tastend, wagt Hiob sein Bekenntnis der Hoffnung.

Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.

Unvorstellbar groß ist seine Last und er hat keine Erklärung, warum es so ist. Und doch klammert er sich an Gott.

Wir schauen auf Jesus. Gott nimmt auf sich, was Menschen erleiden,   das Unrecht, den Schmerz, die Erniedrigung.    Wir schauen auf Jesus am Kreuz und wir hoffen auf den lebendigen Christus. An dem halten wir uns fest.

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Amen

 

Lied 365 Von Gott will ich nicht lassen

Von Gott will ich nicht lassen, denn er lässt nicht von mir, führt mich durch alle Straßen, da ich sonst irrte sehr. Er reicht mir seine Hand; den Abend und den Morgen tut er mich wohl versorgen, wo ich auch sei im Land.

 

Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit; es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott dem Herrn ergeben; er schaff’s, wie’s ihm gefällt!

Gott, warum? Warum lässt du das Leid zu in dieser Welt? So fragen wir dich.

Halte uns fest, uns und alle Leidenden dieser Erde. Wir klagen dir all das Leid.

Und wir bekennen mit Hiob: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Wir sind oft ratlos, aber nicht hoffnungslos, sprachlos über das Ausmaß des Leides, aber nicht trostlos.

Du weißt, was Leid bedeutet, wie sich Leiden und Tod anfühlen. Du bist zutiefst solidarisch mit deiner leidenden Kreatur.

Wir bitten dich für unsere Mitmenschen, die am Verzweifeln sind, für die, die nichts mehr glauben und hoffen, für die, die unter ihrem Leid zerbrochen sind.

Wir bitten für uns in dieser Zeit. Bewahre uns, du, unser Gott.

 

Vaterunser

 

 

Gott, segne uns und behüte uns.

Lass dein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig.

Hebe dein Angesicht über uns

und schenke uns Frieden.

Amen.

Hausgottesdienst zum 14.3.

 

Gottesdienst für den 14.3.2021

Pfarrer Andreas Hansen, Kenzingen

 

Wir feiern unseren Hausgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Lied 396,1+3+6 Jesu,meine Freude

Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier.  Ach, wie lang, ach lange ist dem Herzen bange, und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst Liebers werden.

Trotz dem alten Drachen, trotz des Todes Rachen, trotz der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; ich steh hier und singe in gar sich´rer Ruh! Gottes Macht hält mich in acht; Erd´ und Macht muss verstummen, ob sie noch so brummen.

Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben muss auch ihr Betrüben lauter Sonne sein. Duld´ ich schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu meine Freude.

Wir stehen in der Mitte der Passionszeit und schon bald gehen wir auf Ostern zu. Lätare, „Freut euch!“ heißt dieser Sonntag nach Jesaja 66: Freut euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt!

Mit Psalm 84 beten wir:

Wie lieb sind mir deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN;

mein Leib und Seele freuen sich

in dem lebendigen Gott.

Der Vogel hat ein Haus gefunden

und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen –

deine Altäre, HERR Zebaoth,

mein König und mein Gott.

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen;

die loben dich immerdar.

Wohl den Menschen, die dich für ihre

Stärke halten

und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen,

wird es ihnen zum Quellgrund,

und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie gehen von einer Kraft zur andern

und schauen den wahren Gott in Zion.

Herr Zebaoth, wohl dem Menschen,

der sich auf dich verlässt! Amen

 

Gott, wir danken dir, dass es Orte gibt,

an denen wir etwas von dir erfahren.

Wir danken dir für unsere Kirche.

Hab Dank, dass es Menschen gibt,

die uns zeigen, was Glaube bedeutet.

Wir danken dir für unsere Gemeinde.

Hab Dank, dass es Zeiten gibt,

in denen wir spüren: Du bist für uns da.

Wir danken dir für den Gottesdienst und bitten dich: Segne ihn auch heute. Erbarme dich über uns.

Amen

 

Lied 98 Korn, das in die Erde

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt. Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab, Wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab. Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn? Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn – Hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

 

Predigttext Johannes 12,20-26

Unter denen, die zum Fest nach Jerusalem hinaufgezogen waren, um anzubeten, befanden sich auch einige Griechen. Sie wandten sich an Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: »Herr, wir möchten Jesus sehen.« Philippus ging zu Andreas und teilte ihm das mit, worauf Andreas und Philippus zusammen zu Jesus gingen, um es ihm zu sagen.

Jesus gab ihnen zur Antwort: »Die Zeit ist gekommen, da  der Menschensohn in seiner Herrlichkeit offenbart wird. Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.          Wem sein eigenes Leben über alles geht, der verliert es. Wer aber in dieser Welt sein Leben loslässt, der wird es für das ewige Leben in Sicherheit bringen. Wenn jemand mir dienen will, muss er mir nachfolgen. Und da, wo ich bin, wird auch mein Diener sein. Wer mir dient, den wird der Vater ehren.«

 

lehre mich die anderen rechnungen

ich verschenke und werde reich

ich halte nichts fest und erhalte in fülle

(Ernst Eggiman)

So ist Jesus. Er schenkt rückhaltlos.

Er sucht nicht den eigenen Vorteil und er benutzt nicht Menschen für seine Zwecke. Seine Gaben, seine Kraft, sein Leben gibt er hin, damit wir leben. Er schenkt Leben, Leben in Fülle.

Ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

Ein Weizenkorn weist hin auf das Geheimnis des Glaubens. Im Weizenkorn steckt Kraft. Es wird gemahlen und zu Brot gebacken und gibt Kraft. Oder es wird ausgesät, fällt in die Erde und keimt. Dann stirbt das Korn. Es bringt einen Halm, eine Ähre hervor und vergeht dabei. Es gibt seine ganze Kraft in das neue Leben. Viele Körner wachsen daraus.

Bleibt es verschlossen, so ist es unfruchtbar.

Ein Leben für sich selbst bleibt unerfüllt.

Es muss aufgehen, sich hingeben, damit das neue Leben werden kann.

Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben.

Leuchtend grüne Halme bringt der Weizen hervor. Das Leben wird schön, erfüllt, sinnvoll, fruchtbar.

Johannes schreibt von ewigem Leben.

Schon jetzt ist es zu spüren, das wahre Leben.

Schon jetzt kann das Leben sein wie aufgehender Weizen.

ich verschenke und werde reich

Es ist schön, wenn Menschen von einem liebevollen Leben erzählen können, wenn ein Mensch seine Arbeit mit ganzem Herzen macht und mit Hingabe für andere da ist.

Es ist schön, wenn Menschen bereit sind, sich auf Leid und Krankheit und Bedürftigkeit einzulassen.

Die Pandemie hat uns sehr deutlich gemacht: ohne solche Menschen geht es gar nicht.

Die Ärzte und Pflegerinnen bekamen Applaus. Hoffentlich bekommen die Pflegekräfte auch angemessene Tariflöhne – es ist schwer nachvollziehbar, dass ausgerechnet Diakonie und Caritas das gerade verhindert haben.

Wer so einen Beruf ergreift, wer Alte und Kranke pflegt, der macht es ja nicht um reich zu werden. Medizinische und pflegerische Arbeit ist viel mehr als eine abrechenbare Dienstleistung oder gar ein gewinnträchtiges Geschäft. Solche Arbeit braucht Herz, Hingabe, Zuwendung. Wir sind alle darauf angewiesen, dass es Leute gibt, die dazu bereit sind.

Für viele Menschen ist ihre Arbeit mehr als ein Job um Geld zu verdienen. Ihre Hingabe ist schön, wie aufgehender Weizen. Viele engagieren sich jetzt in den Impfzentren, bei den Schnelltests, an vielen Stellen. Manche sind eigentlich im Ruhestand und lassen sich wieder einspannen. Viele engagieren sich ehrenamtlich.

ich verschenke und werde reich

die Pandemie fordert uns heraus und macht viele Probleme deutlich. Aber ich staune auch über Menschen, die jetzt ganz viel schenken und Gutes tun. Es ist schön, wenn Menschen Zeit und Geld und Lebenskraft verschenken – oft wird ihre Gabe von kaum jemandem bemerkt. Klein und unscheinbar wie ein Weizenkorn kommt uns das Leben vieler Menschen vor. Und doch: was darin liebevoll geschieht oder geschah, das ist die Schönheit und der Reichtum dieses Lebens.

So anders rechnet auch Jesus.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt: das Korn muss sich hingeben, damit es Frucht bringt. Das schöne Bild vom Weizen hat eine düstere Seite. Jesus spricht von seinem Tod.

Er ist das Weizenkorn.

Wenige Tage vor seinem Tod drängen sich die Leute um ihn. Er ist berühmt, weil er Menschen geheilt hat. Er zeigt ihnen Gott. Bei ihm haben sie erlebt: Gottes Reich ist zum Greifen nah.

„Da sind Leute, die wollen dich sehen, Jesus.“„Was wollen sie sehen, Philippus? Einen Star?“ „Ich glaube, sie meinen es ernst. Von weit her sind sie gekommen, um hier im Tempel zu beten. Da haben sie gehört, was die Leute von dir erzählen.“ „Ich weiß. Etwas von Gott wollen sie sehen, ein wenig von Gottes Herrlichkeit, ein Zeichen für seine Macht, was zum Festhalten. Aber ihr wisst doch: niemand hat Gott je gesehen. Jetzt kommt meine Stunde. Jetzt zeigt Gott seine Herrlichkeit. Aber zu sehen ist nur: ein Korn, das in die Erde fällt und stirbt. Nur so bringt es Frucht.“

Vielleicht geht es uns ähnlich wie den beiden, die nach Jesus fragen. Wir möchten so gerne sehen, wie es weitergeht. Wir klammern uns an Zeichen wie sinkende Inzidenzzahlen.   Wir sehnen uns nach Gewissheit, Halt und Hoffnung.

Und Jesus? Er zeigt auf seinen Weg zum Kreuz. Nur wenn das Weizenkorn stirbt, bringt es Frucht. Wenn ihr etwas von Gott sehen wollt, dann schaut auf das Kreuz, schaut, wie Gott stirbt und sich auf die schreckliche Seite des Lebens einlässt, wie er sich das Unrecht der Welt antun lässt.

Ein Schüler kam zum Rabbi und fragte: „Früher gab es Menschen, die Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen haben. Warum gibt es die heut nicht mehr?“ Der Rabbi antwortete: „Weil sich niemand mehr so tief bücken will.“

lehre mich die anderen rechnungen

Gott zeigt sich in dem sterbenden Weizenkorn, in Jesus am Kreuz. Ich möchte ihn sehen lernen.

Was hast du da angefangen, Gott?

Deine Geschichte mit uns ist eine Geschichte vom Kreuz.  Es ist ein Kreuz mit uns. In deinem Weg spiegelt sich unser Leben.

Man hat dich totgesagt, Jesus, aber verhindern konnten sie nicht das Leben, das von dir ausgeht, – Weizenkorn, für alle ausgesät.

Geheimnis des Glaubens. Im Tod ist Leben.

Im Kreuz ist Heil.

Mach mich zum Weizenkorn, Gott, eines von vielen, eines für viele,

fruchtbar für die kommende Welt.“

Amen

 

Neue Lieder 217 Wir gehn hinauf nach Jerusalem

Wir gehn hinauf nach Jerusalem in leidender Liebe Zeiten und sehen, wie einer für alle stirbt, um uns einen Platz zu bereiten.

Wir gehn hinauf nach Jerusalem. Wer will bei dem Herren bleiben und kosten von einem so bittern Kelch? Die Angst soll uns nicht von ihm treiben.

Wir gehn hinauf nach Jerusalem, das Opfer der Welt zu sehen, zu spüren, wie unsere Not vergeht, und unter dem Kreuze zu stehen.

Wir gehn hinauf nach Jerusalem, zur Stätte der ewgen Klarheit. Wo Leiden und Ohnmacht in unsrer Welt, da finden wir Christus in Wahrheit

 

Herr Jesus Christus, du gibst dich selbst in Leid und Tod, damit wir leben.

Du nimmst uns das Unrecht ab

und kleidest uns in deine Gerechtigkeit.

Über deinem Kreuz verfinstert sich die Sonne,

damit wir im Licht gehen.

Wir bitten dich für Menschen, die Liebe üben, wo man sich hasst, die der Gewalt und dem Unrecht entgegentreten, die um Frieden ringen.

Segne ihr Tun. Gib ihnen Mut und Geduld. Hilf uns, an unserem Platz, Streit und Hass zu beenden.

Wir bitten dich für  Menschen, die für andere da sind, Kranke und Alte pflegen, Traurige nicht allein lassen.  Hilf ihnen und hilf uns, zu sehen, was nötig ist und es zu tun. Stärke unsere Kranken und die, die sie begleiten.

Wir bitten dich für unsere Gemeinden in Sundhouse und Kenzingen, für deine Kirche an allen Orten und in allen Konfessionen. Hilf uns, Jesus Christus nachzufolgen und sein Evangelium zu verkünden.

Vaterunser

Gott, segne uns und behüte uns.

Lass dein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig.

Hebe dein Angesicht über uns

und schenke uns Frieden.

Amen.

7.3. Eph 5,1+2+8-10

Gottesdienst für den 7.3.2021

Pfarrer Andreas Hansen, Kenzingen

 

Wir feiern unseren Hausgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Oculi – Ps 25,15 „meine Augen sehen stets auf den Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.“

Wir schauen auf Jesus. Wir sehen seinen Weg bis zum Kreuz. Wir sehen auf den Auferstandenen, auf Christus.

In diesen Tagen wird oft das Bild vom  „Licht am Ende des Tunnels“ zitiert. Unser Licht ist Christus.

 

Neue Lieder 11 Christus, dein Licht

 

Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten,

lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht.

Christus, dein Licht erstrahlt auf der Erde,

und du sagst uns: Auch ihr seid das Licht.

 

Psalm 36 in einer Übertragung von Arnold Stadler

 

Sie sagen: „Ich will das Böse!“

In ihren Augen gibt es kein Erschrecken vor Gott.

Sie finden nichts dabei, Böses zu tun, zu hassen.

Was sie reden ist zum Betrug und dem Bösen zulieb.

Sie haben sich vom Guten verabschiedet.

Nachts planen sie Unheil, tags führen sie es aus –

Eiskalt, scheuen sie vor nichts zurück.

 

Herr! Du bist so gut, wie der Himmel weit ist,

Deine Treue reicht weiter als die Wolken ziehen,

Deine Gerechtigkeit ist höher als der höchste Berg,

Deine Weisheit ist tiefer als das Meer.

Herr, für Menschen und Tiere bist du

ein Gott, der hilft. Es ist eine Freude!

Die Menschen sind im Schatten deiner Flügel zuhaus.

An deinem Reichtum dürfen sie teilhaben.

Du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.

Denn: Du bist die Quelle des Lebens;

in deinem Licht sehen wir: das Licht.

Amen

 

Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten,

lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht.

Christus, dein Licht erstrahlt auf der Erde,

und du sagst uns: Auch ihr seid das Licht.

 

Vielleicht haben Sie eine Kerze.

Zünden Sie sie an. Betrachten Sie sie.

Ihr seid das Licht, sagt Jesus.

Licht, kostbar und tröstlich in düsterer Zeit,

wir sehnen uns nach dem Licht,

Licht, voll Kraft und Leben, einfach schön.

Jesus nennt uns Licht. Gott macht uns schön.

Licht sind wir, weil wir zu Jesus gehören.

 

Herr Christ, dein bin ich eigen von Anbeginn der Welt, dein Güte zu erzeigen, hast du mich auserwählt und mich auch lassen nennen

nach deinem Namen wert; den will ich auch bekennen forthin auf dieser Erd.

Herr Christ, dein bin ich eigen: In Freude und Gemeinschaft, im Schönen, in dem, was uns gelingt, in Glück und Lachen,

und auch in allem, was uns eng macht und lähmt, in dem, was wie ein Schatten über uns liegt, in den Aufgaben, für die wir Kraft und Mut brauchen: Herr Christ, dein bin ich eigen.

Amen

Lied 204 Herr Christ, dein bin ich eigen

1 Herr Christ, dein bin ich eigen: von Anbeginn der Welt, dein Güte zu erzeigen, hast du mich auserwählt und mich auch lassen nennen nach deinem Namen wert; den will ich auch bekennen forthin auf dieser Erd.

2 Herr Christ, dein bin ich eigen: durch dein Allmächtigkeit, dein Güte zu erzeigen, beschirmst du mich allzeit. In meinen jungen Jahren hast du mich, Herr, ernährt, lass mir’s auch widerfahren, wenn ich nun älter werd.

3 Herr Christ, dein bin ich eigen: den Glauben schenkst du mir, dein Güte zu erzeigen, dass ich halt fest an dir. Den Teufel, Welt und Sünden, weil sie sind wider mich, hilf du mir überwinden, das bitt ich inniglich.

4 Herr Christ, dein bin ich eigen: im Leben und im Tod; wirst mir dein Güt erzeigen auch in des Todes Not, dass sanft und still abscheide die Seel von meinem Leib zu dir ins Himmels Freude und bei dir ewig bleib.

Noten des Liedes anzeigen

Herr Christ, dein bin ich eigen: den Glauben schenkst du mir, dein Güte zu erzeigen, dass ich halt fest an dir. (V.3)

Christus, durch mich zeige den Menschen, was deine Kraft und Güte vermag.

Kann man so beten und sich selbst so verstehen: Dass wir Gottes Güte zeigen, dass durch uns Gottes Licht zu sehen ist? Ist das nicht zu hoch für uns? So gütig sind wir doch nicht – oft sind wir geradezu das Gegenteil. Und doch: Die Liebe Jesu ist unser Maßstab, Gott selbst unser Vorbild.

Predigttext Epheser 5,1+2+8-10 (Übersetzung Berger/Nord)

1 Eifert also Gott nach, weil ihr seine Kinder seid, die er liebt. 2 Und schenkt reichlich Liebe. Denn Christus hat euch zuerst geliebt. Er hat sein Leben eingesetzt für euch, er hat es dargebracht und geopfert, und Gott nahm es gerne an.

8 Einst wart ihr von Finsternis umhüllt, jetzt aber steht ihr im Licht, weil ihr zum Herrn gehört. Verhaltet euch wie Kinder des Lichts. 9 Denn aus Licht wachsen Güte, Gerechtestun und Ehrlichkeit als Früchte heran. 10 Versucht sorgfältig zu ergründen, was der Herr von euch will.

Einst von Finsternis umhüllt – jetzt im Licht:      zwei Beispiele aus dem Evangelium:

Ich verurteile dich nicht. Geh, und sündige nicht mehr! hat Jesus gesagt. Sie läuft wie benommen durch die Stadt, sieht nicht rechts noch links, läuft in die Gärten, an den Fluss. Was geschehen ist, geht ihr nach. Sie sieht wieder die wütenden Gesichter vor sich, Fäuste, Steine, die ihr drohen. Sie saß da wie erstarrt, beschämt und schockiert. Jetzt erlebt sie wieder die Angst. Sie fängt an zu zittern. Sie weint und weint, bis sie einschläft. Ein Schlaf, wie betäubt. Als sie erwacht, steht die Sonne schon tief. Ihr Licht glitzert auf dem Fluss. Geh, und sündige nicht mehr! Sie denkt an ihre zerbrochene Ehe. Wie geht es jetzt weiter? Jesus traut ihr zu neu anzufangen.

Ich bin gekommen um die Verlorenen zu suchen und zu retten. hat Jesus gesagt. Zachäus denkt darüber nach: verloren war ich an meine Habgier, berauscht von der Macht über Leute. Jesus hat mich gefunden in meinem falschen, verlorenen Leben. Bis spät am Abend haben sie zusammen gesessen, erzählt, gefeiert. Zachäus wusste gar nicht, wie schön das sein kann. Es wird nicht leicht neu anzufangen, aber Jesus traut ihm das zu.

 

Einst wart ihr von Finsternis umhüllt, jetzt aber steht ihr im Licht, weil ihr zum Herrn gehört.

Vielleicht war für die Christen in Ephesus die Abkehr von der Zeit vor dem Glauben an Jesus auch so ein deutlicher Schnitt in ihrem Leben. Aber können wir Finsternis und Licht so klar unterscheiden? Sind wir nicht eher dazwischen, keineswegs völlig frei von Fehltritten, Habgier, Unehrlichkeiten und doch befreite Kinder Gottes? Sünder und Gerechte zugleich?

Hier habe ich Fragen an den Epheserbrief.

So eindeutig gut oder böse ist unsere Wirklichkeit nicht, eher spannungsvoll, widersprüchlich und noch immer, immer wieder von Bösem verdunkelt. Aber Jesus begegnet uns so wie der Ehebrecherin und Zachäus. Jesus traut uns dennoch Gutes zu. Er gibt uns sein Licht. Er stellt uns ins Licht.

 

Eifert Gott nach, weil ihr seine Kinder seid, die er liebt. Und schenkt reichlich Liebe. Denn Christus hat euch zuerst geliebt. Er hat sein Leben eingesetzt für euch.   So hoch denkt Gott von uns. Wir sind seine Kinder. Wir liegen ihm am Herzen. So sehr liebt uns Jesus Christus. Er setzt sein Leben für uns ein.    Wie die Ehebrecherin, Zachäus und viele andere erfahren wir eine Achtung, bekommen wir die Wertschätzung und Würde, dass wir etwas sind. Es ist keineswegs gleichgültig, wie wir leben. Wir können etwas zum Guten bewegen.

Eifert Gott nach! Verhaltet euch wie Kinder des Lichts. Gott traut uns zu, dass wir seine Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit zeigen.

In den Versen, die ich nicht gelesen habe (V 3-7), steht, was die Christen in Ephesus hinter sich lassen sollen, die dunkle Seite:  Ein Leben auf Kosten anderer, rücksichtlos, egoistisch, verlogen. Da werden Menschen wie Dinge benutzt und weggeworfen.

Güte, Gerechtestun und Ehrlichkeit gehören zum Frieden Gottes, zum Schalom: Eine Gemeinschaft in der wir einander vertrauen, in der wir gütig mit den Fehlern und Konflik-ten umgehen, nach Lösungen suchen, statt uns durchzusetzen.

Hoch gespannt sind die Erwartungen an Politiker und Wissenschaftler. Über neun Stunden haben sie am Mittwoch verhandelt. Unter was für einen Druck setzen wir einander! Gehen wir doch etwas gütiger miteinander um! Natürlich können wir uns vieles besser und einfacher vorstellen. Aber keine und keiner hat wirklich die Lösung, wie wir sicher aus dieser Krise kommen.

Frieden heißt Gerechtigkeit: wir wollen jeder und jedem gerecht werden, keinen unterbut-tern. Heute können wir Gerechtigkeit nur als globale Aufgabe verstehen, für alle Menschen, für die ganze Schöpfung. Gott traut uns das zu.

Frieden braucht Ehrlichkeit. Es ist schlimm, dass Politikerinnen und Politikern von vielen so wenig Ehrlichkeit zugetraut wird. Nicht mit Wahlkampftaktik, sondern mit dem Mut Probleme und offene Fragen zu nennen, kommen wir voran.

 

Verhaltet euch wie Kinder des Lichts. Eifert Gott nach, weil ihr seine Kinder seid, die er liebt.

Kinder sind wir. Wie kleine Kinder ihren Eltern einfach nacheifern und sein wollen wie sie, so dürfen wir lernen. Eine Lerngruppe sind wir, eine lernende Gemeinschaft ist die Kirche. Wir sind in vielem unfertig. Wir sind auf dem Weg. Fehler dürfen wir machen, aber nicht einfach stehen bleiben, uns nicht abfinden.

Und Jesus traut uns Gutes zu, Güte, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, so viel! Amen

 

Gebet

 

Wir sind gerufen, dir zu folgen, Jesus Christus. Als deine Kinder, Gott, dürfen wir leben in deinem Licht.

Wir bitten dich um die Kraft deines guten Geistes, dass wir unseren Mitmenschen Güte erweisen, gerecht leben, wahrhaftig sind.

Wir bitten für alle, die in deinem Namen reden, lehren und handeln. Mache sie, mache uns in unserer Gemeinde zu Botinnen und Boten deines Friedens.

Sei bei allen, die in dieser Zeit besonders leiden, bei den Kindern und Jugendlichen, bei denen, die allein sind, bei den Menschen in den Heimen, bei denen, deren Arbeitsplatz oder Auskommen bedroht ist.

Wir bitten für Menschen ohne Obdach, für die, die seelisch krank sind, für die, die mit ihrem Leben nicht zurechtkommen.

Wir bitten für die bedrängten und unterdrückten Menschen in Myanmar, in Belarus, in Russland, für die vielen, die unter Gewalt und Krieg leiden.

Auch für uns persönlich bitten wir dich, wenn wir verunsichert und voller Zweifel sind, wenn wir müde und mutlos werden, wenn wir trauern.

Christus, dein Licht vertreibt unsre Schatten, lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht. Dir vertrauen wir uns an.

 

Vaterunser

 

 

Lied 79 Wir danken dir, Herr Jesu Christ

 

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,

dass du für uns gestorben bist

und hast uns durch dein teures Blut

gemacht vor Gott gerecht und gut

 

und bitten dich, wahr Mensch und Gott:

Durch deine Wunden, Schmach und Spott

erlös uns von dem ewgen Tod

und tröst uns in der letzten Not.

 

Behüt uns auch vor Sünd und Schand

und reich uns dein allmächtig Hand,

dass wir im Kreuz geduldig sein,

uns trösten deiner schweren Pein

 

und schöpfen draus die Zuversicht,

dass du uns wirst verlassen nicht,

sondern ganz treulich bei uns stehn,

dass wir durchs Kreuz ins Leben gehn.

 

 

Gott, segne uns und behüte uns.

Lass dein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig.

Hebe dein Angesicht über uns

und schenke uns Frieden.

Amen.

Hausgottesdienst zum 28.2.21 Jesaja 5,1-7

 

Wir feiern unseren Hausgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Neue Lieder 116: Da wohnt ein Sehnen

Refrain: Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.

 

Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir. In Sorge, im Schmerz, sei da, sei uns nahe, Gott. Refrain

 

Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir. In Ohnmacht, in Furcht sei da, sei uns nahe, Gott. Refrain

 

Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir. In Krankheit, im Tod  sei da, sei uns nahe, Gott. Refrain

 

Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. Wir hoffen auf dich, sei da, sei uns nahe, Gott. Refrain

 

Ein Sehnen wohnt in uns, dass alles ganz und heil und gut wird, dass nichts uns trennt und eng macht.

Der 2. Sonntag der Passionszeit lenkt unseren Blick auf das was nicht gut ist, was zwischen uns steht, zwischen uns Menschen, zwischen uns und Gott. Der Name des Sonntags ist eine Bitte: Reminiscere – „gedenke!“ – die Beterin, der Beter des 25. Psalms bittet Gott sich zu erinnern.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.

 

Gott, du bist barmherzig.

Ja, aber wir sind oft nicht barmherzig,

wir sind nicht gütig und bereit zu vergeben.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit.

Wie oft halte ich anderen vor,

was sie meines Erachtens falsch machen.

Wie oft spreche ich, laut oder im Stillen,

ein Urteil über einen Mitmenschen.

Wie oft bin ich selbst nicht bereit,

etwas in meinem Leben zum Besseren zu ändern.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit.

Sieh nicht auf meine selbstgerechtes, hartes Tun. Lehre mich deine Barmherzigkeit.

Erbarme dich. Amen

 

Psalm 25,1-8

Nach dir, Herr, verlangt mich.

Mein Gott, ich hoffe auf dich;

lass mich nicht zuschanden werden,

dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.

Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret;

aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter.

Herr, zeige mir deine Wege

und lehre mich deine Steige!

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!

Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und      an deine Güte,

die von Ewigkeit her gewesen sind.

Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend

und meiner Übertretungen,

gedenke aber meiner nach deiner          Barmherzigkeit,

Herr, um deiner Güte willen!

Der Herr ist gut und gerecht;

darum weist er Sündern den Weg. Amen

 

Lied 343 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ

Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ,

ich bitt, erhör mein Klagen;

verleih mir Gnad zu dieser Frist,

lass mich doch nicht verzagen.

Den rechten Glauben, Herr, ich mein,

den wollest du mir geben,

dir zu leben,

meim Nächsten nütz zu sein,

dein Wort zu halten eben.

 

(Predigttext: Jesaja 5,1-7, Zürcher Übersetzung)

 

Mitten auf dem Markt steht Jesaja und singt. Jesaja ist kein Unbekannter damals in Jerusalem. Schon oft hat er seine Mitbürger mit heftiger Kritik und spektakulären Aktionen schockiert. Er läuft nackt durch die Stadt, um allen zu zeigen, wohin die verfehlte Politik führen wird. Er gibt seinen Kindern Namen, die Unheil ankündigen. Jesaja stellt sich wie ein Bänkelsänger hin und fängt an:

Erlaubt, dass ich singe von meinem Freund, das Lied meines lieben Freundes von seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg, an steiler Höhe, überaus fruchtbar. Und er grub ihn um und befreite ihn von Steinen, und er bepflanzte ihn mit edlen Reben, und in seiner Mitte baute er einen Turm, und auch eine Kelter schlug er darin aus. Und so hoffte er, dass er Trauben trage, doch er brachte stinkende Fäulnis hervor.   Ja, so ein Weinberg macht Arbeit. Man hat das ganze Jahr zu tun. Der Freund scheut wirklich keine Kosten und Mühen. Alles ist perfekt. Doch das Ergebnis ist enttäuschend, ja, widerwärtig.

Noch etwas anderes klingt im Hintergrund mit: Ein Liebeslied. Der Weinberg ist ein erotisches Bild. Der Freund bereitet seine Hochzeit vor. Alles hat er für seinen Weinberg, also seine Braut getan – vergebliche Liebesmühe!

Plötzlich ändert Jesaja seine Rolle. Er ist nun selbst der Winzer, der enttäuschte Bräutigam:

Und nun, Bewohner von Jerusalem und Männer aus Juda, richtet doch zwischen mir und meinem Weinberg. Was bliebe noch zu tun für meinen Weinberg, das ich nicht getan hätte? Wie konnte ich hoffen, er würde Trauben tragen – stinkende Fäulnis hat er hervorgebracht!

Die Anklage steht. Die Zuhörer sollen urteilen. Aber Jesaja ist so aufge-bracht. Er spricht selbst das Urteil – jetzt ist er ein Richter, und was für einer!

Und nun erlaubt, dass ich euch wissen lasse, was ich mit meinem Weinberg mache: Seine Hecke ausreißen, dann soll er kahl gefressen werden; seinen Zaun einreißen, dann soll er zertreten werden. Und ich habe ihn zur Verwüstung freigegeben, er wird nicht geschnitten werden und nicht behackt, und Dornen und Disteln werden aufsprießen in ihm. Und was die Wolken betrifft, so werde ich Befehl geben, keinen Regen mehr auf ihn fallen zu lassen.                                                             Der Weinberg des Herrn der Heerscharen ist das Haus Israel, und die Männer aus Juda sind, was er aus Leidenschaft gepflanzt hat. Und er hoffte auf Rechtsspruch, doch seht: Rechtsbruch! Und auf Gerechtigkeit, doch seht: Schlechtigkeit!

Zuletzt singt wohl wieder der Freund über den Besitzer des Weinbergs. Nun ist klar:  der aus Leidenschaft und Liebe gepflanzte Weinberg ist sein erwähltes Volk Israel und Juda. Aus einem Liebeslied wird eine Ankla-ge, eine zornige Strafankündigung, eine Klage. So viel Liebe hat Gott geschenkt und erntet Ablehnung, Gleichgültigkeit. Am Ende ist da nur Rechtsbruch, das Recht des Stärke-ren, der sich um jeden Preis durchsetzt, und „Schlechtigkeit“ – eigentlich steht da Geschrei über Unrecht, der Hilferuf der Opfer von Gewalt.

Gott tobt vor Zorn. Er reißt alles nieder.

Den lebensnotwendigen Regen verhindert er. Das ist nicht der liebe Gott, von dem wir gerne reden. Das ist eine düstere Seite Gottes. Die wollen wie am liebsten nicht wahrhaben.

Gott erwartet Gerechtigkeit von uns.  Er ist zornig über das Unrecht.

Er leidet mit denen, die vergeblich um Hilfe rufen.

Was macht Gott und seinen Propheten damals so zornig? Wir müssen nur  weiter lesen: Wehe denen, die Haus an Haus reihen, die Feld an Feld rücken, bis kein Platz mehr ist und bis ihr allein noch im Herzen des Landes wohnt. (V.8) Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse (V.20) Die aus einem Schuldigen einen Gerechten machen gegen Bestechung und Gerechten ihre Gerechtigkeit absprechen! (V.23)   Die Reichen werden immer reicher. Das Recht wird mit Füßen getreten. Habgier, Korruption, Lüge, Gewalt, Leben auf Kosten der Armen und Wehrlosen.  Was damals Gottes Zorn erregt, klingt leider furchtbar aktuell. Beispiele:

Unsere Kleider sind billig, weil die, die sie nähen, Hungerlöhne verdienen. Ein Lieferkettengesetz sollte mehr Gerech-tigkeit schaffen. Aber es wurde auf Drängen vieler fast wirkungslos gemacht.

Der Inselstaat Vanatu ist Gastgeber des Weltgebetstages: Dort im Südpazifik erleben die Menschen immer stärkere Stürme, die alles verwüsten, der steigende Meeres-spiegel bedroht sie – Folgen des Klimawandels.

Oder die Verteilung des Impfstoffs:  Die WHO warnt davor, dass Corona-Impfungen vor allem reichen Ländern zugutekommen. Es drohe ein katastrophales moralisches Versagen.

Wir nehmen die Missstände meist erst wahr, wenn sie uns selbst treffen. Aber mehr und mehr wird uns bewusst, wie alles zusammen-hängt. Es war schon immer so: Wer anderen Böses antut, wird irgendwann auch selbst von den Folgen getroffen. Gott sieht das Unrecht und er hört das Hilfegeschrei.

Sein Zorn ist die andere Seite seiner Liebe.  In leidenschaftlicher Liebe schenkt uns Gott so viel Gutes und wird doch immer wieder enttäuscht.

Lange hat man Jesajas Weinberglied gegen Israel gedeutet nach dem Motto: „die sind so böse, dass Gottes Zorn sie trifft – wir sind ja die Guten“. Heute können wir uns für diese Auslegungs-tradition nur schämen.

Wir sind gemeint.

Gott ist zornig über das Unrecht. Er stellt sich an die Seite der wehrlosen Opfer. Für sie klingt Jesajas Lied verheißungsvoll. Er erschreckt seine Zuhörer. Er will sie wachrütteln: „Macht die Augen auf! Seht, was geschieht! So kann es nicht weitergehen. Gott wartet auf Gerechtigkeit.“

Und doch: Gott stellt sich nicht gegen uns.   Er liebt sein Volk noch immer.

Er liebt uns noch immer.

Kurt Marti dichtete:

Manchen bin ich einiges,

    einigen bin ich vieles schuldig geblieben.

    Und die Zeit läuft davon.

    Wessen Liebe kann das noch gutmachen?

    Die meine nicht.

    Nein, die meine nicht.   

Gottes Liebe macht gut,

was sein Zorn strafen muss.

Wir Christen glauben: Gott selbst setzt sich in Jesus dem Unrecht und der Schuld aus. Auch Jesaja kennt andere Töne:                                                            An jenem Tag: ein anmutiger Weinberg! Singt von ihm! Ich, der Herr, bin sein Hüter, ich tränke ihn alle Zeit. Damit man ihn nicht heimsucht, hüte ich ihn bei Nacht und bei Tag. (27,2f)

Wir täuschen uns nicht über die Wirklichkeit in unserer Welt, über die Schuld, die auch uns trifft.

Aber wir sehen auf Gott, dessen Liebe gut macht, was wir schuldig bleiben.

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit, … gedenke meiner nach deiner Barmherzigkeit!

Amen

 

Neue Lieder 170 Kreuz, auf das ich schaue

 

Kreuz, auf das ich schaue, steht als Zeichen da;

der, dem ich vertraue, ist mir in dir nah.

 

Kreuz, zu dem ich fliehe aus der Dunkelheit;

statt der Angst und Mühe ist nun Hoffnungszeit.

 

Kreuz, von dem ich gehe in den neuen Tag,

bleib in meiner Nähe, dass ich nicht verzag.

 

Lehre uns barmherzig zu sein, Gott, barmherzig zu den Menschen, die zu uns gehören, gerecht und barmherzig zu allen Mitmenschen und zu deiner Schöpfung.

Hilf uns umzukehren, wo wir anderen

hart und herzlos begegnen. Hilf uns, dass wir Unrecht wahrnehmen und beim Namen nennen. Befreie uns, wo wir in Schuld und Unrecht verstrickt sind.

Wir bitten für unsere Kranken, für die, die pflegen und heilen, für die Angehörigen von Kranken und Pflegebedürftigen.

Wir bitten um Weisheit, Kraft und Geduld für Politikerinnen, Richter, Polizisten, Lehrerinnen.

Wir bitten für alle, die erschöpft und bedrückt sind von den Folgen der Pandemie.

Wir bitten für unsere Gemeinde, für unsere Konfis, für Familien mit Kindern, für die Einsamen, für die Trauernden.

 

Vaterunser

 

Gott, segne uns und behüte uns.

Lass dein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig.

Hebe dein Angesicht über uns

und schenke uns Frieden.

Amen.

21.2. Invokavit

Wir feiern unseren Hausgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Lied EG 445,1-3

Gott des Himmels und der Erden,

Vater, Sohn und Heilger Geist,

der es Tag und Nacht lässt werden,

Sonn und Mond uns scheinen heißt,

dessen starke Hand die Welt

und was drinnen ist, erhält:

 

Gott, ich danke dir von Herzen,

dass du mich in dieser Nacht

vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen

hast behütet und bewacht,

dass des bösen Feindes List

mein nicht mächtig worden ist.

 

Lass die Nacht auch meiner Sünden

jetzt mit dieser Nacht vergehn;

o Herr Jesu, lass mich finden

deine Wunden offen stehn,

da alleine Hilf und Rat ist für meine Missetat.

 

„Lass die Nacht auch meiner Sünden, Herr mit dieser Nacht vergehn“ – so beginnt die dritte Strophe des eben gehörten Liedes.

„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre“ – so heißt der Wochenspruch für dies Woche (1.Joh 3,8)

Wir müssen es nicht Teufel nennen, aber das Böse gibt es und es trifft uns mit seiner Macht. Wir bitten Gott, dass das Böse uns nicht beherrschen kann.

 

Beten wir den Psalm dieser Woche, Psalm 91

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt

und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht

und meine Burg, mein Gott, auf den ich

hoffe.

Denn er errettet dich vom Strick des Jägers

und von der verderblichen Pest.

Er wird dich mit seinen Fittichen decken,

und Zuflucht wirst du haben unter seinen

Flügeln.

Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht,

vor dem Pfeil, der des Tages fliegt,

vor der Pest, die im Finstern schleicht,

vor der Seuche, die am Mittag Verderben

bringt.

Denn der Herr ist deine Zuversicht,

der Höchste ist deine Zuflucht.

Es wird dir kein Übel begegnen,

und keine Plage wird sich deinem Hause

nahen.

Denn er hat seinen Engeln befohlen,

dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,

dass sie dich auf den Händen tragen

und du deinen Fuß nicht an einen Stein

stoßest.

 

Neue Lieder 147 Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht,

es hat Hoffnung und Zukunft gebracht;

es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,   ist wie ein Stern in der Dunkelheit.

 

Du, unser Gott, auf den wir hoffen, dein Schutz ist stärker  als unsere Angst, größer als alle Macht, und deine Liebe reicht weiter als unser Leben. Errette uns vor dem, was lauernd uns bedroht, vor dem, was uns entkräftet und krank macht. Bewahre unsere Wege und schick deine Engel, wenn wir auf  falsche, böse Wege geraten. Amen

Das Motto unseres Konfirmandenjahres heißt: „Gott ist treu. Der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.“ (2.Thess 3,3) Dazu habe ich euch ein Bild gegeben, der Michael am Eingang der Kirche von Schwäbisch Hall, wie er einen Drachen bekämpft. Das Böse soll hier nicht herrschen.

Und doch ist Böses in der Welt. Es ist nicht so ein niedlicher kleiner Drache, wie auf dem Bild, auch kein Teufel, wie immer man ihn sich vorstellen mag.  Es ist eine Macht, die in der Welt und in uns selbst Schlimmes anrichtet. Jesus selbst setzt sich dem Bösen aus – darum denken wir jetzt an seinen Weg bis zum Tod am Kreuz.

Unser Predigttext steht im Johannesevangelium (13,21-30):

Als Jesus das gesagt hatte, war er im Innersten tief erschüttert. Er erklärte ihnen: »Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.« Da sahen sich die Jünger ratlos an und fragten sich: »Von wem spricht er?«

Einer von seinen Jüngern, den Jesus besonders liebte, lag bei Tisch an der Seite von Jesus. Ihm gab Simon Petrus ein Zeichen. Er sollte Jesus fragen, von wem er gesprochen hatte. Der Jünger lehnte sich zurück zu Jesus und fragte ihn: »Herr, wer ist es?« Jesus antwortete: »Es ist der, für den ich ein Stück Brot in die Schüssel tauche und dem ich es gebe.« Er nahm ein Stück Brot, tauchte es ein und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot. Sobald Judas das Brot genommen hatte, ergriff der Satan Besitz von ihm. Da sagte Jesus zu ihm: »Was du tun willst, das tue bald!« Von den anderen am Tisch verstand keiner, warum Jesus das zu Judas sagte. Weil Judas die Kasse verwaltete, dachten einige, dass Jesus zu ihm gesagt hatte: »Kauf ein, was wir für das Fest brauchen.« Oder sie dachten: Jesus hat ihm aufgetragen, den Armen etwas zu geben. Als Judas das Stück Brot gegessen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.

 

Einer von euch wird mich verraten. Ausgerechnet einer aus dem innersten Kreis der Freunde wird zum Verräter. Ist das nicht entsetzlich, wenn ein eng Vertrauter einen hintergeht? Wenn ein Nachbar hinter meinem Rücken Schlechtes über mich verbreitet.  Wenn ein Freund mich im Stich lässt. Wenn nach dem Ende der DDR viele in ihren Stasiakten lesen und erkennen mussten, dass ein Spitzel in der eigenen Familie oder im Kirchenge-meinderat war. Wenn der Mensch, dem ich in Liebe verbunden bin, mich betrügt. Einer von euch – der Verrat ist eine bittere Erfahrung. Jesus ist zutiefst erschüttert.

Keiner der Jünger kommt um Jesus zu trösten.  Sie schauen einander an, ratlos, misstrauisch: „Wer kann das sein? Wem traue ich das zu?“

Dann haben sie das Interesse verloren und essen und trinken weiter. Keiner geht darauf ein, dass Jesus so fertig ist. Gleichgültigkeit kann auch sehr wehtun.

Simon Petrus gibt dem Jünger an Jesu Seite ein Zeichen, dem Lieblingsjün-ger, den nur der Evangelist Johannes erwähnt. „Frag ihn, wen er meint!“ So erfahren diese beiden, aber noch nicht andern Jünger, wer der Verräter ist.

 

Ist alles wieder gut, wenn man nur den Schuldigen hat? Die ganze Abscheu und Wut trifft Judas. Schon im Neuen Testament und besonders bei Johan-nes ist das zu spüren. Judas ist später verzweifelt und erhängt sich. In der Alten Kirche hat am sich seinen Tod genüsslich und grausam ausgemalt. „Judas ist schuld!“ Man hofft, sich selbst zu entlasten, wenn man einen Schuldigen ausmacht. „Der war das – ich bin unschuldig.“  Das können wir täglich im Kindergarten und bis ins Parlament beobachten. Dieses Spiel haben wir alle schon gespielt. Davon leben die Verschwörungsmythen. Und zu allen Zeiten bis zu den Querden-kern und Neonazis wird „Judas“ zum Teufel in Person erklärt – die Juden als Schuldige an jeder Pest und Not.

 

Judas gehört zu uns. Auch die anderen Jünger haben Jesus im Stich gelassen. Simon Petrus hat in der gleichen Nacht dreimal geschworen Jesus nicht zu kennen. Die Kirche ist kein Verein reiner, frommer, untadeliger Menschen. Wir sind nicht unschuldig. Wir sind auch in dieser Nacht.

Wer weiß, vielleicht wollte Judas sogar Gutes bewirken, als er Jesus verriet. Der Teufel bringt Gut und Böse durcheinander.

Kein Mensch kann von sich sagen: „Ich bin immun gegen alles Böse.“

 

Judas gehört zu uns. Er sitzt am Tisch Jesu. Er ist Jesus vertraut und lieb.

Jesus reicht ihm, nur ihm einen Bissen, eine herzliche Geste. Und Jesus weiß, wie es Judas ums Herz ist, als er allein in die Nacht hinausgeht. Hat Jesus ihn nicht geradezu aufgefordert zu tun, was er vorhat?

Soll es so sein? Ist Judas´ Verrat gar notwendig für den Weg zum Karfreitag und zu Ostern? Das bleibt rätselhaft.

Jesus hat Menschen, die ihm Böses antaten, Gutes getan. „Vater, vergib ihnen!“ Er reicht Judas das Brot, tunkt es vorher in die Schüssel, damit es gut schmeckt. Ich meine, er vergibt auch Judas. Jesus hört nicht auf Judas zu lieben.

Jesus hat nicht geschrien „Der ist schuld!“Er hat selbst die Last der Schuld ertragen, hat sich dem Bösen ausgesetzt, es sich antun lassen.

Wir beginnen die Passionszeit.

Da erinnern wir an den Leidensweg Jesu und an Leid und Böses in der Welt. Wir sehen uns selbst mit etwas Abstand, sehen auch unsere Nachtseite.

Es ist so, als ob wir direkt neben Judas am Tisch Jesu sitzen. Das ist schwer zu ertragen. Aber da ist Jesus, der den Weg auch für mich geht.

Er reicht Judas das Brot. Er reicht auch mir Brot und Wein und  gibt mir seine Gemeinschaft, seine Vergebung, seine Hoffnung. Amen

 

Neue Lieder 217 Wir gehn hinauf nach Jerusalem

 

Wir gehn hinauf nach Jerusalem

in leidender Liebe Zeiten

und sehen, wie einer für alle stirbt,

um uns einen Platz zu bereiten.

 

Wir gehn hinauf nach Jerusalem.

Wer will bei dem Herren bleiben

und kosten von einem so bittern Kelch?

Die Angst soll uns nicht von ihm treiben.

 

Wir gehn hinauf nach Jerusalem,

das Opfer der Welt zu sehen,

zu spüren, wie unsere Not vergeht,

und unter dem Kreuze zu stehen.

 

Wir gehn hinauf nach Jerusalem,

zur Stätte der ewgen Klarheit.

Wo Leiden und Ohnmacht in unsrer Welt,

da finden wir Christus in Wahrheit

 

Gott, du zeigst uns, was gut und heilsam ist.

Steh uns bei, dass wir in Belastungen deine Nähe erfahren.

Wir beten für alle,

die regieren und urteilen,

die forschen und lehren,

die lernen und planen,

die helfen und heilen.

Bewahre sie, Gott,

dass sie geduldig bleiben,

sensibel und bescheiden.

Wir beten für alle,

die sich fürchten,

für die, die krank sind und einsam

und für die Sterbenden.

Sei du bei ihnen in deiner Liebe.

 

Vaterunser

 

Gott, segne uns und behüte uns.

Lass dein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig.

Hebe dein Angesicht über uns

und schenke uns Frieden.

Amen.

 

 

Hausgottesdienst 14.2.21

 

Gottesdienst für den 14.2.2021

Pfarrer Andreas Hansen, Kenzingen

 

Wir feiern unseren Hausgottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Der Sonntag vor der Passionszeit heißt Estomihi nach Psalm 31,3:

Sei mir ein starker Fels.

Ein starker Fels: da finde ich Halt, einen sicheren Stand, da wirft mich so leicht nichts um.

Sei du mein Fels, Gott, in dieser ungewissen Zeit, wenn fraglich wird,    worauf ich mich verlasse. Bewahre mich davor, dass ich stürze.   Du bist mein Fels – ich danke dir.

Wir schauen auf den Psalm dieser Woche, Psalm 31.

 

EG 275,1+4+7 Ein Lied nach Ps 31 von Martin Luther

In dich hab ich gehoffet, Herr; hilf, dass ich nicht zuschanden werd noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich:  erhalte mich in deiner Treu, mein Gotte.

Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft – sagt mir dein Wort –, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott  in aller Not; wer mag mir widerstreben?

Preis, Ehre, Ruhm und Herrlichkeit sei Vater, Sohn und Geist bereit’, Lob seinem heilgen Namen. Die göttlich Kraft  mach uns sieghaft durch Jesus Christus. Amen.

 

Psalm 31,2-17

Herr, auf dich traue ich,

lass mich nimmermehr zuschanden werden,

errette mich durch deine Gerechtigkeit!

   Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!

   Sei mir ein starker Fels und eine Burg,

   dass du mir helfest!

Denn du bist mein Fels und meine Burg,

und um deines Namens willen

wollest du mich leiten und führen.

   Du wollest mich aus dem Netze ziehen,

   das sie mir heimlich stellten;

   denn du bist meine Stärke.

In deine Hände befehle ich meinen Geist;

du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

   Ich hasse, die sich halten an nichtige

   Götzen;

   ich aber vertraue auf den Herrn.

Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst

und kennst die Not meiner Seele

   und übergibst mich nicht in die Hände des     

   Feindes;

   du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst!

Mein Auge ist trübe geworden vor Gram,

matt meine Seele und mein Leib.

   Denn mein Leben ist hingeschwunden in  

   Kummer und meine Jahre in Seufzen.

Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat,

und meine Gebeine sind verschmachtet.

   Allen meinen Bedrängern

   bin ich ein Spott geworden,

   eine Last meinen Nachbarn

   und ein Schrecken meinen Freunden.

Die mich sehen auf der Gasse,

fliehen vor mir.

   Ich bin vergessen im Herzen wie ein Toter;

   ich bin geworden wie ein zerbrochenes

   Gefäß.

Denn ich höre, wie viele mich verleumden:

Schrecken ist um und um!

   Sie halten Rat miteinander über mich

   und trachten danach, mir das Leben zu   

   nehmen.

Ich aber, Herr, hoffe auf dich

und spreche: Du bist mein Gott!

Meine Zeit steht in deinen Händen.

   Errette mich von der Hand meiner Feinde

   und von denen, die mich verfolgen.

Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht;

hilf mir durch deine Güte!

 

Es ist, als ob die Beterin oder der Beter um Vertrauen ringt und immer neue Angriffe erlebt. Da ist Zuversicht und Lebensfreude, und auch größte Bedrängnis und Angst – beides beschreibt der Psalm mit starken Bildern.

Wir benutzen Psalmen. Das dürfen wir. Es sind Gebrauchstexte. Sie laden uns ein zu probieren, wie man Hemd anprobiert oder von einem Gericht kostet. Ich darf auswählen, das eine nehmen, anderes lassen, wie ein Feinschmecker. Erspüren wir, was zu uns passt, was uns herausfordert, was uns gut tut.  Wir gewinnen Sprache, Worte für Gott, für unseren Glauben, Worte, die Hoffnung wecken, trösten, wie ein Kompass sind. Der Psalm oder vielleicht ein Vers daraus wird mein Gebet, das mich zu Gott führt, das mir lieb und wichtig wird und mich prägt.

In deine Hände befehle ich meinen Geist.

In deine Hand lege ich mein Leben.

Gewiss wirst du mich befreien.

 

Gregor Linßen hat ein Lied zu diesem Vers geschrieben: (Ps 31,6)

Herr, in deine Hände lege ich  meinen Weg, begleite mich.

Herr, in deine Hände lege ich meine Zeit, erbarme dich.

Herr, in deine Hände lege ich meine Angst, erhöre mich.

Herr, in deine Hände lege ich dir mein Herz, erfülle mich.

Herr, in deine Hände lege ich meinen Schmerz, erlöse mich.

Die Feinde machen sich breit und engen das Leben ein. Sie stellen Fallen, greifen an, mobben. Sie greifen an wie die Truppen die Straßen von Yangon in Myanmar oder in Moskau oder Minsk.

Sehr unterschiedlich können die Feinde sein: Mitschüler, die einen zum Opfer von Spott und Gemeinheiten machen, ein Kollege, der falsche Anschuldigungen verbreitet, jemand, der einem das Leben schwer macht.

Feinde können auch etwas ganz anderes sein: ein Konflikt, der immer wieder aufbricht und wehtut, eine Krankheit, die das Leben einschränkt, dieses widerliche Virus, das uns alle schon viel zu lange einschränkt, etwas, das mir die Kraft nimmt, eine Sorge, die mir den Schlaf raubt, eine Trauer, eine Angst,  was mich angreift – und ich kann es nicht einfach wegschieben, es nimmt immer wieder viel zu viel Raum ein, dieser mein Feind.

Der Psalm klagt über die Feinde und das, was sie anrichten. Wie einem vertrauten Freund sagen wir Gott, was uns bedrängt. Einfach loswerden, was wir auf dem Herzen haben, was Wut und Angst und Schmerz auslöst. Das ganze Elend klagen. Das darf drastisch und übertrieben sein – so sind wir ja bedrängt und fühlen uns angegriffen.

Aber bei der Klage bleibt es nicht. Die Feinde machen sich breit, aber du lässt mich nicht in ihrer Hand. Sie werfen ein Fangnetz über mich, aber du ziehst mich heraus.

Gott gibt den Raum, in dem ich leben und mich entfalten kann. Ein Schutzraum, eine Zuflucht:   Du bist mein Fels, meine Burg. Meine Zeit steht in deinen Händen. Wörtlich: in deiner Hand sind meine Zeiten, meine Zukunft, auch meine Geschichte, nicht der üblen Nachrede und den Lügen überlassen, bewahrt, in deiner Hand sind meine Zeiten.

Ein Freiraum: du stellst meine Füße auf weiten Raum. Du hast mich nicht dem Feind überlassen. Du hast mir weiten Raum gegeben, wo ich mich frei bewegen kann.

 

Der Psalm ist realistisch: Es gibt für jede und jeden von uns das, was uns angreift und das Leben schwer macht, die Feinde, die sich so gerne breit machen. Der Psalm ist auch voll Hoffnung: du bist mein Fels, du stellst meine Füße auf weiten Raum, meine Zeit steht in deinen Händen.

Und der Psalm lädt ein: In deine Hände befehle ich meinen Geist.  In einer neuen Übersetzung:  In deine Hand lege ich mein Leben. Wer so betet, entscheidet sich für Gott. Er oder sie vertraut sich Gott an. Dazu lädt uns der Psalm ein: Dass wir uns Gott anvertrauen.

Wir wissen nicht, wie die nächsten Wochen und Monate werden. Es wird auf jeden Fall anders sein als vor dieser Pandemie. Sie ist ein Feind, der uns seit einem Jahr zusetzt, uns von allen Seiten bedrängt, uns müde macht, viele in Trauer und Verzweif-lung stürzt. Aber was auch geschieht: Gott hält uns. Ihm will ich mehr als alles vertrauen:

In deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

In deine Hand lege ich mein Leben. Gewiss wirst du mich befreien.  Du bist doch ein treuer Gott. 

Amen

 

Herr, in deine Hände lege ich meinen Geist, erwecke mich.

Herr, in deine Hände lege ich meinen Dank, ich glaube an dich.

 

Gott, zu dir rufe ich,

hilf mir beten und meine Gedanken sammeln;

ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht,

ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht,

ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe,

ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden,

in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld,

ich verstehe deine Wege nicht,

aber du weißt den rechten Weg für mich.

 

In deine Hand lege ich mein Leben und auch das der Menschen, an die ich denke und für die ich bete.

Bewahre die, die sich mutig den Feinden entgegenstellen

in Myanmar, in Belarus, in Russland.     Stärke sie und uns alle im Vertrauen,   in der Zuversicht.

Die Pandemie wird unsere Welt verändern. Der Klimawandel fordert uns heraus.

Hilf, dass wir das Nötige und Richtige tun, nicht resignieren, nicht ausweichen.

Behüte alle, die bedrängt und in Ängsten sind, in Krankheit, in seelischer Not, in Überforderung, in Trauer, erschöpft und mutlos.

Sei bei deiner Kirche und den Menschen in unserer Gemeinde: Bei dir finden wir Geborgenheit und Freiheit. Du stellst unsere Füße auf weiten Raum.

In deiner guten Hand bleiben wir, was auch geschieht.

 

Vaterunser

 

EG 644  Meine Zeit steht in deinen Händen

 

Meine Zeit steht in deinen Händen.

Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.

Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.

Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.

Sorgen quälen und werden mir zu groß.

Mutlos frag ich: Was wird Morgen sein?

Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.

Vater, du wirst bei mir sein.

Meine Zeit steht in deinen Händen.

 

Gott, segne uns und behüte uns.

Lass dein Angesicht leuchten über uns

und sei uns gnädig.

Hebe dein Angesicht über uns

und schenke uns Frieden.

Amen.