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Freitagsakademie

– FREITAGSAKADEMIE –

eine

„Tauschbörse“ – „Wissen für Spende“

  • Einmal monatlich während des Winterhalbjahres bieten im Gemeindehaus ExpertInnen aus unserer Kirchengemeinde ihr Wissen und Können der  Gemeinde an.
  • Wir stellen Raum, Werbung und Organisation.
  • Sie kommen und genießen!
  • Der Eintritt zur Freitagsakademie ist frei, Sie aber können spenden und unterstützen damit ein aktuelles Projekt unserer Gemeinde, z. B. den gerade frisch renovierten Kirchenspeicher!

Sie haben ein besonderes Talent?

Sie verfügen über interessantes Wissen?

Sie wollen es mit einem aufgeschlossenen und neugierigen Publikum teilen?

  • Dann freuen wir uns, wenn Sie sich beim Organisationsteam (Agathe Breier, Christel Hansen und Monika Rudolph) melden.

Freuen Sie sich auf das neue Programm; geplant sind folgende Veranstaltungen:

  • Freitag, den 13.10. 2017, 19:30Uhr „Katharina Zell“ – eine Frau der Reformation aus unserer Region – Frau Pfr. A.Blum referiert.
  • Freitag, den 17.11. 2017, 19:30Uhr, Kirsten Kreher hält einen zum Themenbereich „Islam in Deutschland“
  • Freitag, den 26.01.2018, 20 Uhr – ein Chorkonzert der besonderen Art – die Freitagsakademie und  Musica Serenata haben „La dolce Coro“ ins Atrium des Kenzinger Gymnasiums für Sie eingeladen!

Lassen Sie sich überraschen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Projektbeschreibung des Bibelgartens

Sich Einbringen – die Natur pflegen- Freude breiten

Die Konfirmanden des Jahrgangs 2017 haben sich für ein besonderes Projekt entschieden: einen Bibelgarten

Auf einer 16 m² großen Gartenfläche vor dem Gemeindehaus sollte in bescheidenem Ausmaß die Ökologie und die biblische Pflanzenwelt Palästinas gestaltet werden. Wüsten – kultivierte Ebenen – Täler – Zwergstrauchvegetationen – Hügel und Berge – Wasser (der Jordan).

Den Entwurf für diese Anlage fertigte Gerlinde Lott, Gartenarchitektin und Kirchengemeindemitglied. Die Projektleitung übernahm Carmen Schmidlin. Beide sind Mitglied in der Kantorei.

Die Konfirmanden waren in drei Arbeitsgruppen eingeteilt und für einige war es nötig, zusätzlich zu kommen. Die Umsetzung des Projekts erforderte regelmäßige Bereitschaft und körperlichen Einsatz.

Den Gartenbauplan des Projekts können Sie als PDF-Datei herunterladen und dann vergrößert ansehen.

Kurzfassung des Arbeitsablaufs

  • Das Gelände machte die Errichtung einer kleinen Stützmauer (Pflanzringe) erforderlich.
  • 15m² Mutterboden etwa 45 cm tief abtragen, die Hälfte davon von Unkraut befreien, sieben und zwischenlagern
  •  eine 50 cm breite Noppenbahn zum Schutz vor Feuchtigkeit entlang des Gebäudes eingraben
  • einen Drainagegraben ausheben und ein Drainagerohr mit Gefälle verlegen
  • 15 cm starken Drainkies einbringen
  • Pflanzgruben für größere Pflanzen ausheben
  • Filtervlies auf die gesamte Fläche aufbringen
  • für Trockenpflanzen geeignetes Pflanzsubstrat mit dem Mutterboden sorgfältig mischen und 25 cm stark flächig einbauen
  • Landschaftsgebilde formen
  • Bändchenvlies (Unkrautvlies) gesamtflächig aufbringen und mit Erdspießen fixieren
  • einen Feigenbaum pflanzen
  • die ganze modellierte Landschaft mit gelbem Juraschotter (Darstellung der Wüste) vorsichtig 5 cm stark abdecken

Hiermit war der erste Bauabschnitt rechtzeitig zur Einsegnung abgeschlossen. Die nächsten Arbeiten umfassen:

  • das Quellgebirge des Jordans mit Bruchsteinen (Juraschotter) setzen
  • die Kanten für den Wasserlauf setzen, beschneiden und mit Spießen fixieren
  • den Wasserlauf mit blauem Glasbruch (gerumpelt und abgestumpft) 3-5 cm auffüllen
  • kleinere Gehölze, Stauden und Sukkulenten pflanzen

Die Konfirmanden wollen das Projekt nach ihrer Einsegnung zu Ende führen.

Gepflanzt im Haus Gottes – Predigt zur Konfirmation über Psalm 92,13+14

Predigt am 28.5.17 von Andreas Hansen über Ps 92,13+14

Liebe Konfis,

ihr seid so unterschiedlich, wie ihr eure Puzzleteile bemalt habt. Jede und jeder von euch ist unverwechselbar und besonders. Jeder hat seine und ihre Geschichte, seine und ihre Begabungen.
Wir freuen uns über euch!
Und wir wünschen euch von Herzen alles Gute!

Ihr seid aber auch wie in einem Puzzle Teile eines Ganzen. Ein Gesamtbild entsteht und da ist jede und jeder wichtig. Wenn ihr ein Puzzle macht, und am Ende fehlen Teile, seid ihr frustriert. Jedes Teil, jeder ist an seinem Platz unverzichtbar.
Zusammen seid ihr toll! Ihr seid eine tolle Gruppe. Und ihr seid in unserer Gemeinde zu so einer Gruppe geworden. Es gehören andere Puzzleteile dazu: Frau Schmidlin, Alina Boecker, Jakoba Marten-Büsing, Marianne Wehrle, die Kirchengemeinderäte und die ganze Gemeinde.

In Wirklichkeit passen wir nicht so glatt zusammen wie diese Puzzleteile, die ja alle gleich geschnitten sind. Wir haben Ecken und Kanten, mal schlechte Laune, mal Mühe mit den Eigenarten des Anderen. Und trotzdem können wir eins sein. Ihr konntet das in diesem Jahr erleben. Wir haben uns oft über euch gefreut, wie ihr als Gruppe zusammen wart.

Ihr seid ganz am Anfang mit mir zum Vogtskreuz geradelt und gelaufen und wir haben dort gespielt. Ihr habt Blumentöpfe aus Ton geformt und sie, als sie gebrannt waren, mit Sempervivum, Dachwurz, bepflanzt. Zusammen haben wir den Gottesdienst am Buß-und Bettag gestaltet und gefragt: Was ist der Mensch? Ein Praktikum habt ihr gemacht und in der Konfi-Band gespielt. Viele Gottesdienste habt ihr erlebt und euch mit den Kirchengemeinderäten getroffen. Die Freizeit mit euch auf dem Leisenhof im Schnee war super, euer Gottesdienst über den Himmel und Martin Luther ebenfalls. Mit Alina habt ihr den Konfi-Treff begonnen und mit Frau Schmidlin für das Bibel-Garten-Projekt geschuftet.
So habt ihr viel von unserer Gemeinde erlebt. Der rote Faden in eurem Konfirmandenjahr könnte in den beiden Versen aus dem Psalm beschrieben sein:
Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.
Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen.
Ihr seid Gerechte.
Ihr seid gepflanzt im Haus Gottes.
Ihr werdet grünen und wachsen wie stolze Bäume.

Ihr seid Gerechte. Wir sind Gerechte. Wie bitte? Ich und gerecht? Ich weiß doch genau, dass ich manchmal ungerecht bin. Ich nehme mir das beste Stück am liebsten selbst. Ich werde anderen längst nicht immer gerecht.
Und ihr? Getraut sich einer zu sagen: „Ich mache immer alles gut und gerecht. Ich bin eine Gerechte, ein Gerechter“? Wer ist denn im Psalm gemeint? Wer ist ein Gerechter?
Gerecht ist in der Bibel einer, der zur Gemeinschaft fähig ist. Zur Gemeinschaft unter uns Menschen und vor allem auch zur Gemeinschaft mit Gott. Gerechte sind kompatibel, anschlussfähig, passend für Gott und füreinander.
Martin Luthers große Erkenntnis war: Gott macht uns kompatibel. Gott schafft durch Jesus eine Verbindung zu uns. Gott will Gemeinschaft mit uns. Gott will uns bei sich. Darum befähigt er uns zur Gemeinschaft. Er schenkt uns seine Gerechtigkeit. Wir sollen ihm vertrauen, glauben – das genügt.
Vor seiner Erkenntnis hatte Luther Angst vor Gott. Er dachte immer: Ich bin nicht gut genug.
Liebe Konfis, wir sind gut genug für Gott, weil er uns liebt, weil wir seine geliebten Kinder sind. Gott macht uns gerecht, kompatibel, frei. Er will Gemeinschaft mit uns – so sind wir Gerechte.

 Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon.
Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen.
Zu einem schönen Haus gehört ein Garten, geschützt durch eine Mauer. Im Vorhof plätschert ein Brunnen. Der Duft von Blüten. Unter Bäumen sitzt man im Schatten. Herrlich! Wie schön ist erst das Haus Gottes! Wer dort aufwachsen kann, hat Glück gehabt.
Ihr seid gepflanzt im Haus Gottes.
Das Haus Gottes ist mehr als unsere Kirche, aber es ist auch unsere Kirche. Das Haus Gottes ist ein Ort, an dem wir spüren, dass Gott gut ist und Gutes für uns will. Hier feiern wir Gott und spüren seine Nähe. Das Haus Gottes ist ein Ort der Kraft, geheimnisvoll und schön, wie der Garten mit seinem Brunnen und dem Duft.
Schaut einmal nach oben! Unsere „Himmelswiese“. Eine Vielzahl schöner Pflanzen hat der Künstler gemalt, Heilkräuter und Phantasiepflanzen. Es ist schön bei Gott. Das wollte er sagen.
Wir wollten euch in diesem Jahr zeigen, dass wir das Haus Gottes lieben, also jeden Ort, an dem wir Kirche und Gemeinde Gottes erleben.
Ihr seid gepflanzt im Haus Gottes. Ihr gehört zu Jesus Christus und zu Gott. Durch eure Taufe habt ihr schon längst tiefe Wurzeln. Sammelt das Leben, wie die Wurzel Wasser und Nähstoffe aus dem Boden holt, wie die Blätter vom Licht leben! Bei eurem Bibel-Garten-Projekt lernt ihr etwas über den Boden und die Pflanzen. In Israel gibt es karge Wüstenlandschaften, wo die Pflanzen sich kaum behaupten können.
Manchmal geht es uns wie in einer Wüste: wenn wir traurig sind, wenn wir mit Misserfolgen und Konflikten fertig werden müssen.  Oft möchte man auch einfach so im Garten sein,  zu sich kommen, auftanken. Kommt in das schöne Haus mit seinem Garten und dem Brunnen! Da dürft ihr immer sein. Ihr seid gepflanzt im Haus Gottes.

Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. Stolze Bäume werdet ihr sein, wie eine Palme oder eine Zeder. Anders gesagt: aufrechte, starke, gute Frauen und Männer werdet ihr sein.
Als Jugendlicher fragt man sich: Was wird aus mir? Da ist noch so viel unklar. Wie will ich sein? Was ist mein Weg? Man sieht immer die anderen, die so cool sind, und fragt sich: Schaffe ich das auch, dass andere mich cool finden und dass ich mit mir selbst zufrieden bin?
Glaubt mir: Etwas Gutes wird aus euch. Ihr wisst, wie verletzlich wir sind, wie sehr uns manches zusetzt, wenn andere uns ablehnen oder wenn wir keinen Erfolg haben. Trotzdem, gerade in den schwierigen Erfahrungen wachsen wir. Wir erkennen, wer zu uns hält. Wir erfahren: Da sind meine Wurzeln, zum Beispiel in meiner Familie, in meinem Glauben, auch in der Gemeinde. Wir bekommen Kraft, damit wir für andere da sind, damit wir ehrlich sind und andere sich auf uns verlassen können.
Gott hat Gutes mit euch vor. Wie ein Palmbaum, wie eine Zeder sollt ihr an eurem Platz stehen zur Freude Gottes und der Menschen.

Ihr seid gerecht, weil Gott Ja zu euch sagt.
Ihr seid gepflanzt im Haus Gottes.
Ihr werdet grünen und wachsen wie stolze Bäume.
Amen

Programm des Seniorenkreises 2017

10.01.2017 ausgefallen wegen Glatteis
24.01.2017 Andacht und Bildvortrag über Venezuela Georg Metzger, Pfr.i.R.
07.02.2017 Bildvortrag über Nordirak-Hilfe Eckhard Weißenberger, Pfr.i.R.
21.02.2017 Unterhaltungsprogramm Cornelia Schmidt
07.03.2017 Rückschau auf Weltgebetstag Christel Hansen
21.03.2017 Referat Annegret Blum,
ev. Theol.
04.04.2017 Frühlingslieder singen zur Gitarre Susanne Kirchner
18.04.2017 Gedächtnistraining Regina Wüst
02.05.2017 Spiele-Nachmittag, Ansagen zum Tagesausflug am 16.05.
16.05.2017 Tagesausflug mit dem Bus
30.05.2017 Gedichte aus dem täglichen Leben Rainer Thomsen
13.06.2017 Vorprogramm, Zauberkunststücke Irmela Thomsen, Sabine Rehm .
27.06.2017 Referat Andreas Hansen Pfr.
11.07.2017 Die Geschichte von Jakob und Esau Rivka Hollaender, isr. Theol.
25.07.2017 Referat Annegret Blum,
ev. Theol.
Sommerpause
12.09.2017 Bildvortrag über eine Schiffsreise von Hamburg nach Montevideo und zurück (1964/65) Rainer Thomsen
26.09.2017 Nachmittags-Ausflug mit dem Bus
10.10.2017 Entstehung und Bedeutung deutscher Volksmärchen Volker Pixberg .
24.10.2017 Lieder der Reformationszeit, Singen und Geschichten dazu Jakoba Marten-Büsing, Kantorin .
07.11.2017 Referat Klaus Fehrenbach, kath. Pfarrer
21.11.2017 Referat Annegret Blum,
ev. Theol.
05.12.2017 Senioren-Adventskaffee (nicht nur Seniorenkreis) Kirchengemeinderat
19.12.2017 Weihnachtsessen

Posaunenchor-Konzert

PC-Plakat.2015-11

Das Konzert der Posaunenchöre Ottoschwanden und Kenzingen lockte zahlreiche Besucher am 22.11.2015 in die Evangelische Kirche nach Kenzingen. Am Abend zuvor war schon in der Evangelischen Kirche in Ottoschwanden musiziert worden. Die Kenzinger Kirche war im Nu bis zum letzten Platz besetzt. Afro-amerikanische Musik stand auf dem Programm – man durfte gespannt sein auf Worksongs, Spirituals und Gospels. Musik, die im 17. Jh. mit Beginn der Sklaverei ihren Ursprung hatte und Eingang in christliche Kirchenmusik gefunden hat.

Es sind Lieder, die betroffen machen. Sie berühren, noch heute. Wohl deshalb, weil sie aus dem Gefühl tiefer Not und Verzweiflung entstanden sind, intuitiv – und dies teilt sich uns mit. Eindringliche Musik, besonders für Trompeten und Posaunen! Durchdringende Töne im Kirchenschiff, der Kirchenraum als Klangkörper. Die Blechbläser wurden begleitet von Keyboard (Jörn Bartels) und Kontrabass (Matthias Franz) und untermalt vom Schlagzeug (Andrea Böcherer).

Die Musiker ließen ihre Instrumente erschallen, dann wieder ließen sie eine Tonsequenz sanft verklingen. Sie konnten beides, die Bläser aus Ottoschwanden und Kenzingen. Sie meisterten sowohl die lauten, aufrüttelnden Passagen, als auch die leisen, nachdenklich machenden Töne. Die beiden Orchester spielten gut zusammen, drei Monate hatten sie zusammen geprobt.

Beim einen oder anderen der bekannten rhythmischen Stücke fing manch ein Zuhörer an zu wippen und im Takt zu nicken. Es fiel sichtlich schwer, nicht spontan zu klatschen. Doch den Applaus möge man sich bitte für den Schluss aufheben, hatte der musikalische Leiter Ekkehard Mertens gebeten. So blieb die Aufmerksamkeit konzentriert auf die sorgfältig ausgesuchte Abfolge der Musik-, Gesang- und Sprechstücke. Dem Publikum wurde nämlich nicht nur mitreißende Musik geboten. Es wurde mitgenommen auf eine gedankliche Reise, die vor hunderten von Jahren begann, als die ersten afrikanischen Sklaven auf den Tabak- und Baumwollplantagen Amerikas arbeiten mussten („Ayelevi“, „Kum Ba Yah“). Die ergreifende Musik erzählte von leidvoller Unterdrückung, aber auch von Trostsuche im christlichen Glauben („Hoe Emma, hoe“, „When Israel was in Egypt’s Land“, „Standing on the Need of Prayer“). Beeindruckend der Wechselgesang zwischen Vorsänger (Jörn Bartels) und Chor („Certainly Lord“). In ihren Wortbeiträgen erzählten einzelne Chormitglieder sowie Pfarrer A. Hansen Geschichten von Leid und Rechtlosigkeit und schließlich von Flucht: durchs Wasser, um die Hunde der Sklavenjäger abzuschütteln („Wade in the Water“), auf der Underground-Railroad-Route mit ihren außerplanmäßig fahrenden Zügen und einem Netz von Unterstützern („The Gospeltrain“), auf Wagen als blinde Passagiere („Swing Low Sweet Chariot“), dabei war ihnen das Sternbild „Großer Wagen“ Orientierung auf dem Weg in den Norden.

Der Abend endete mit frohen Klängen der Befreiung („We shall Overcome“). Während die Musik flott und abwechslungsreich ertönte, tauchten immer offensichtlicher, geradezu frappierend, Bezüge zur Gegenwart auf.

Der Bitte, großzügig für die Flüchtlingshilfe zu spenden, sind die Konzertbesucher gerne und mit voller Überzeugung nachgekommen.
Ulrike Reisacher

Mt 5,38-48 Die Feinde lieben – wer schafft das?

Predigt am 25.10.15 von Andreas Hansen über Mt 5,38-48

vor 3 Tagen gedachten wir der Verschleppung der badischen Juden nach Gurs am 22.10.1940 - der Gottesdienst beginnt mit einem Anspiel: Wann wird es Tag? - es wird Tag wenn ich meinem Mitmenschen ins Gesicht schaue und meine Schwester, meinen Bruder erkenne

Wann beginnt der Tag? Wann wird es hell?
Finster war es vor 75 Jahren, als viele unbeteiligt zusahen, wie ihre Nachbarn abgeholt wurden.
Unsere Kirche schaute weg – die meisten.
Zu den deportierten Juden gehörte auch die Freiburgerin Lili Reckendorf. Sie war evangelische Religionslehrerin, wurde aber schon 1933 wegen ihrer jüdischen Abstammung entlassen. Sie schrieb an den badischen Kirchenpräsidenten. Er sah keine Möglichkeit ihr zu helfen.

Wann beginnt der Tag? Am Strand lag ein kleiner Junge. Das Bild ging um die Welt. Zahlen von im Mittelmeer ertrunkenen Menschen waren schreck-lich, aber ein einzelnes Kind – da dachten viele auf einmal an ihre Kinder. Wie unfassbar groß ist das Leid des Vaters. Seine beiden Kinder und seine Frau sind umgekommen. Er hat das Bild vom toten Kind am Strand freigegeben.

Wann beginnt der Tag? Wir sehen die vielen in unser Land kommenden Menschen. Eine unüber-schaubare Menge. Die Probleme wachsen. Die Aufgabe wird an vielen Stellen zur Überforderung. Es ist leicht, jetzt Bilder zu finden für das, was wir gerade nicht, oder noch nicht schaffen. Aber wir können auch auf all das schauen, was in diesen Wochen an Gutem gelingt. Es wird Tag, wenn wir einem Menschen ins Gesicht sehen. Wir sehen nicht eine bedrohliche Menge, sondern diesen einen Menschen mit seinem Namen und seiner Geschichte. Und dann wird es ein wenig heller, weil er uns angeht mit seiner Not, ein Mitmensch.

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2.Mose/ Exodus 16,2+3+11-18

Predigt am 2.8.15 von Andreas Hansen über 2.Mose 16,2+3.11-18

Gottesdienst auf dem Bombacher Weinfest, katholischer Gottesdienst mit evangelischer Predigt

Wir feiern Weinfest. Es gibt von allem genug: Wein und Saft, Fleisch, Pommes und Salat, alles, was das Herz begehrt.
Und wir leben in Frieden! Wunderbar!
Dann hören wir ausgerechnet hier die Lesung dieses Sonntags: Israel in der Wüste.
Ein langer schwerer Weg liegt vor ihnen,
voll Entbehrungen, Gefahren und Prüfungen.
Israel erinnert sich immer wieder an den Weg durch die Wüste. Und auch wir denken an Wüstenerfahrungen für andere und für uns.
Umso mehr schätzen und feiern wir den Frieden. Wir feiern Weinfest. Und wir feiern auch das Fest des Glaubens. Schalom, das hebräische Wort für Frieden bedeutet „genug haben“. Allen wünschen wir Gottes Frieden.

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Joh 6,1-15

Predigt am 19.7.15 von Andreas Hansen über Joh 6,1-15

Joh 6,1-15
Danach ging Jesus ans andere Ufer des Sees von Tiberias in Galiläa. Viel Volk aber folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Passa war nahe, das Fest der Juden. Als nun Jesus seine Augen aufhebt und sieht, dass so viel Volk zu ihm kommt, sagt er zu Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese zu essen haben? Dies sagte er aber, um ihn zu prüfen; er selbst wusste ja, was er tun wollte. Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denar reicht nicht aus für sie, wenn jeder auch nur ein wenig bekommen soll.
Einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagt zu ihm: Ein Kind ist hier, das fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat, aber was ist das für so viele? Jesus sprach: Lasst die Menschen sich setzen! An dem Ort war viel Gras. Da setzten sich die Männer, etwa fünftausend an der Zahl. Jesus nahm nun die Brote, sprach das Dankgebet und teilte davon allen, die dasaßen, aus, so viel sie wollten, ebenso von den Fischen. Als sie aber satt waren, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verloren geht. Sie sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit den Brocken, die von den fünf Gerstenbroten übrig blieben, nachdem sie gegessen hatten. Als nun die Leute das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Als Jesus nun erkannte, dass sie kommen und ihn in ihre Gewalt bringen wollten, um ihn zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

„Wo sollen wir Brot kaufen?“ Philippus sieht die Leute an. So viele! Er kann ihre Zahl nur schätzen. „Brot für sie alle? Wieviel Geld werden wir haben, naja, höchstens 200. Aber das reicht nicht aus! Auch wenn jeder nur ein wenig bekommt, reicht es nicht.“
Andreas leistet sich einen müden Scherz: „Schaut, das Kind mit seinen fünf Broten! Zwei Fische hat es auch noch. Aber was ist das für so viele? – Jesus, versteh doch! Es reicht nicht. Wir können ihnen kein Brot geben.“
Aber Jesus bittet zu Tisch, d.h. zu einem Picknick. „Setzt euch ins Gras! Macht es
euch bequem!“ Dann nimmt er die Brote,
dankt Gott und teilt aus.
Jeder bekommt, soviel er will.
Es reicht. Alle werden satt.
Es reicht, und mehr als das.
Zwölf Körbe Brot bleiben übrig.
Was Jesus austeilt, stillt den Hunger
und genügt für alle.
Verstehen Sie das?

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