Orgelvorspiel
644 Meine Zeit steht in deinen Händen
Votum
Gruß
Nach eigenem Bekunden hat Peter Strauch das Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ mitten in einem burnout, einer Erschöpfungsdepression, geschrieben.
Ein festes Herz wünschen wir uns, dass wir den Heraus-forderungen der Zeit gerecht werden, Schwieriges klar sehen und damit richtig umgehen, dass wir mutig die Wahrheit sagen, dass wir vertrauen. Gib mir, gib uns ein festes Herz – unsere Bitte für das neue Jahr.
Psalm 121
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft
noch schlummert nicht.
Der HERR behütet dich;
der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.
Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!
Ehr sei dem Vater
Wir danken dir, unser Gott, für dieses Jahr, das nun zu Ende geht. Wir danken dir für schöne Erlebnisse und Begegnungen, für das, was uns geglückt ist, für die Menschen, denen wir in Liebe und Freundschaft verbunden sind. Wir danken dir für den Frieden in unserem Land.
Vieles ist uns gegeben. Hilf uns, es dankbar zu sehen.
Es ist nicht selbstverständlich, dass wir gesund und geborgen sind. Es ist kostbar, dass wir in Freiheit, Demokratie und Frieden leben.
Du, Gott, kennst auch unsere Sorgen und unsere Not.
Hilf uns Entscheidungen zu finden in dem, was unklar und bedrängend ist. Stärke uns für das, was wir tun müssen.
Vergib uns, dass wir so oft nur uns selbst und unsere Wünsche sehen.
Jesus Christus, du sagst uns zu, alle Tage bei uns zu sein. Steh uns auch im neuen Jahr bei.
Dir vertrauen wir uns an. Amen
NL 180 Meine Hoffnung und meine Freude
Lesung Römer 8, 31-39
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt.
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?
Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.«
Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Halleluja
Credo (Dietrich Bonhoeffer)
Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube,
dass auch unsere Fehler und Irrtümer
nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden,
als mit unseren vermeintlichen Guttaten.
Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.
65 Von guten Mächten
„gib mir ein festes Herz!“
– erschöpft von mühsamen Zeiten,
von Kräften, die den Mut nehmen und alle Anstrengung sinnlos erscheinen lassen,
wund von feindseligen Gegnern,
die immer mächtiger werden.
„gib mir ein festes Herz!“ – wir können gut nachvollziehen, was einen angegriffenen Menschen bewegt, und das Lied mitsingen.
Wir bitten selbst um ein festes Herz,
bitten für uns persönlich und für uns alle in dieser Zeit. Peter Strauch vertont Psalm 31 – auch dort ist die Beterin oder der Beter zutiefst angegriffen und bekennt doch:
meine Zeit steht in deinen Händen, oder wörtlicher in deiner Hand sind meine Zeiten, also gute wie schwere Zeiten in Gottes Hand.
„gib mir, gib uns ein festes Herz!“ – das ist unsere Bitte an diesem Abend. Was uns verunsichert und angreift, die vielfältigen Herausforderungen fühlen sich für manche überwältigend an.
Der Predigttext, zwei Verse am Ende des Hebräerbriefes, bietet uns eine Antwort an:
Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancher-lei und fremde Lehre umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade. (Hebr 13,8+9a Luther)
Und noch einmal in der Basisbibelübersetzung:
Jesus Christus ist derselbe – gestern und heute und für immer. Lasst euch nicht irreführen durch vielfältige fremde Lehren. Denn es ist gut, dass euer Herz durch Gottes Gnade gefestigt wird.
Das Herz wird gefestigt – passiv, es widerfährt einem Menschen oder uns. Es geschieht von Gott her, durch Gottes Gnade. Paulus sagt dazu: Gott gibt uns seinen Heiligen Geist ins Herz (2.Kor 1,22).
Ein Mensch strahlt trotz schwerer Krankheit Lebensfreude und Zuversicht aus. Er kann alles Schöne umso intensiver und dankbarer genießen und schenkt uns durch seine Haltung Trost und Hoffnung – es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde.
Viele lassen sich durch den wachsenden Rechtsextremismus nicht entmutigen, sondern sie tun sich zusammen, informieren andere, organisieren Versammlungen, wie bei uns im Februar gesche-hen, und stärken die Demokratie – es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde.
Wir erleben Gemeinschaft. Sie ist gewachsen in unserem Kirchengemeinderat, im Posaunenchor,
in der Kantorei und in der Kinder-Kirche – es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde.
Ich bewundere die Menschen in der Ukraine, die auch nach fast vier Jahren Krieg mit allen Opfern und Einschränkungen nicht resignieren und um ihre Freiheit kämpfen – es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde.
Denken Sie an Ereignisse in diesem Jahr, die Ihr Herz gefestigt haben, die Glauben, Hoffnung und Liebe geweckt haben, die Sie mit Dank erfüllen!
Vielleicht war es, wie Bonhoeffer schrieb, dass Gott aus Bösem Gutes entstehen ließ. Gott lässt uns durch seinen Geist klarer sehen, Schönes entdecken, staunen, glauben. Das geschieht nicht ständig aber immer wieder.
Lassen wir uns auch im nächsten Jahr nicht umtreiben und irreführen durch mancherlei und fremde Lehre! Das haben wir gar nicht nötig.
Was uns umtreiben oder irreführen will, kann vieles bedeuten – ich verstehe es so, wie wenn in den Psalmen von Feinden die Rede ist, die die Beterin angreifen und ihm oder ihr nachstellen.
Aber weder die Lügen der Mächtigen, noch ihre Drohungen und Hassbotschaften können uns wirklich aus der Bahn werfen.
Weder Streit noch Misserfolg, weder Schmerz noch Trauer, keine Macht der Welt kann uns von der Liebe Gottes trennen.
Das alles greift uns sehr wohl an und macht uns zu schaffen, sowohl die bösen und zerstörerischen Kräfte in der Welt, als auch das Leid und Unglück, das uns persönlich trifft.
Manches davon wird wohl geschehen und mehr oder weniger schlimm sein. Aber es ist gut und heilsam, es ist ein köstlich Ding, wenn Gott unser Herz fest macht und wir Gottes Liebe glauben können.
Gottes Liebe gilt, selbst dann, wenn wir den Angriffen nichts entgegensetzen können, wenn unser Herz nicht fest ist, sondern nur verzagt, wenn wir nicht tapfer glauben, sondern nur zweifeln, wenn wir am Ende sind.
Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, aber nicht jedem Menschen ist das gegeben.
Darum ist die angemessene Haltung für uns zu bitten: „Gib mir ein festes Herz!“,
und die Betonung ist wichtig, dass durch Gottes Gnade und nur durch Gottes Gnade unsere Herzen gefestigt werden.
Zum Schluss der Satz, der wie eine Formel klingt: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Das bedeutet nicht, dass Jesus für immer erstarrt ist wie ein Insekt im Bernstein.
Im Gegenteil: Jesus macht die Bewegungen unseres Lebens mit. Jesus Christus ist treu, gestern, heute und für immer. Jesus bleibt sich treu und er bleibt uns treu in allem, was sich in diesem Jahr geändert hat und im nächsten ändern wird. Gott bleibt uns zugewandt.
Christus wird auch in Ewigkeit, am Ziel aller Wege bei uns sein. So können wir getrost in das neue Jahr gehen. Amen
64, 1-3+6 Der du die Zeit in Händen hast (alternative Melodie 363)
Abendmahl
Gestärkt durch deine Gaben gehen wir in das neue Jahr.
Wir danken dir und preisen dich, du, unser Gott
in Christus, unserem Bruder und Herrn.
Wir danken dir für die 14 Kinder und Erwachsenen,
die im Jahr 2025 getauft wurden. Sei bei ihnen mit deinem Heiligen Geist – stärke ihren Glauben.
Wir danken für die 20 Konfirmandinnen und Konfirmanden, die gesegnet wurden und die 10 Jugendlichen, die sich gerade auf die Konfirmation vorbereiten – behüte sie und lass Glauben und Vertrauen wachsen.
Von 26 Menschen mussten wir Abschied nehmen – tröste und stärke die Trauernden.
Wir bitten dich für unsere Gemeinde, für alle rund 2200 Glieder unserer Gemeinde und für ihre Angehörigen,
für unsere Partner im Kooperationsraum, für die katholischen Geschwister und die Freunde in unserer Partnergemeinde Sundhouse – baue deine Kirche,
sei bei ihr in dieser Zeit großer Umbrüche.
Wir bitten dich für unsere Stadt und für unser Land –
hilf uns Frieden, Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheit, zu schaffen und zu bewahren.
Wir bitten um Frieden für alle Menschen.
Segne und behüte uns alle. Amen
NL 158 Ich sage Ja
Abkündigungen:
321 Nun danket alle Gott
Segen
Orgelnachspiel