Alle Beiträge von Liane Tritschler

Seniorentreff „Pflegebedürftig, was nun?“

Pflegebedürftig, was nun?

Pflegebedürftigkeit kann Menschen in jeder Lebensphase treffen und stellt Betroffene und Angehörige häufig vor große Herausforderungen und vielfältige Fragen. 
Woher kann ich Unterstützung und Entlastung bekommen? 
Wie funktioniert die Einstufung in einen Pflegegrad? 
Welche Leistungen kann ich von der Pflegekasse erhalten?

Referentin Martina Gebele 
vom Sozialamt,Fachbereich SozialeFachdienste,Pflegestützpunkt

kommt am Dienstag, den 10.Februar 2026
um 15:00 Uhr in den Seniorentreff im 
evang. Gemeindehaus in Kenzingen

Erntedankgottesdienst am 5. Oktober 2025

Wir feiern am Sonntag um 10.00 Uhr  einen Erntedankgottesdienst für Klein und Groß mit Abendmahl.
Kinder und Erzieherinnen des Kindergartens gestalten den Gottesdienst mit.
Und die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden werden vorgestellt.
Pfr. Andreas Hansen, Daniel Himmelseher (Orgel)

Herzliche Einladung hierzu!

Über 10 Jahre gibt es sie nun schon, die Freitagsakademie, kurz FRAK Kenzingen, im ev. Gemeindehaus. Ursprünglich entstanden ist sie als Fundraising- Maßnahme einer chronisch klammen Kirchengemeinde – typisch Kirche eben: die Vortragenden erhalten eine Flasche Wein mit einem warmen Händedruck und dann das obligatorische „um Spenden am Ausgang wird gebeten…“.

Doch schon bald zeigte sich das enorme Potential dieser breit gefächerten Vortragsreihe. Es ist einfach wunderbar wie viel geballte Kompetenz in unserer kleinen Stadt versammelt ist. Es ist einfach spannend, wer über welches Thema Interessantes zu erzählen hat und damit an jedem FRAK-Abend immer ein ganz unterschiedliches Publikum ins Gemeindehaus lockt.

In loser Folge – je nach Anfrage und Angebot – findet weiterhin die Freitagsakademie im ev. Gemeindehaus in Kenzingen, Offenburger Str. 21 statt.

Hausgottesdienst Ostern

Schön, dass Sie einen Hausgottesdienst feiern wollen – allein bei Ihnen zuhause und doch verbunden mit Gott und vielen
Menschen.

Glockengeläut
Öffnen Sie doch das Fenster, Vielleicht hören Sie die Glocken läuten.

Votum
Am Anfang, ganz am Anfang von allem sprach Gott: Es werde Licht! Und es ward Licht. Am Ende der Todesnacht, am Ostermorgen sprach Gott: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und wie er einst sprechen wird am Ende von allem, so spricht er heute: Es werde Licht! Und es ward Licht. (Kerze anzünden) Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja. Ostern heißt: Wir feiern miteinander den Sieg Gottes über den Tod, über Feindschaft und Hass. Wir feiern den Sieg des Lebens! Wir feiern in deinem Namen Gottesdienst. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gebet
Herr, schenke deine Osterfreude den Weinenden und den von Gewalt traumatisierten. Herr, schenke deinen Osterfrieden
den Verzweifelten und den Zerstrittenen. Herr, schenke dein Osterleben den Erstarrten und den Niedergeschlagenen. Herr,
schenke dein Osterheil den Verwundeten und den Verneinten. Herr, schenke die Osterliebe den Hassenden und den Sehnsüchtigen. Herr, schenke deinen Osterglauben den Reformierenden und den Wegweisenden. Herr, schenke dein Osterlicht den Toten und den Lebenden. Amen.

Lesung aus Markus 16, 1-8 (Gute Nachricht)
Am Abend, als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala und Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um den Toten damit zu salben. Ganz früh am Sonntagmorgen, als die Sonne gerade aufging, kamen sie zum Grab. Unterwegs hatten sie noch zueinander gesagt: »Wer wird uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?« Denn der Stein war sehr groß. Aber als sie hinsahen, bemerkten sie, dass er schon weggerollt worden war. Sie gingen in die Grabkammer hinein und sahen dort auf der rechten Seite einen jungen Mann in einem weißen Gewand sitzen. Sie erschraken sehr. Er aber sagte zu ihnen: »Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der ans Kreuz genagelt wurde. Er ist nicht hier; Gott hat ihn vom Tod auferweckt! Hier seht ihr die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. Und nun geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: ›Er geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, genau wie er es euch gesagt hat.‹« Da verließen die Frauen die Grabkammer und flohen. Sie zitterten vor Entsetzen und sagten niemand ein Wort. Solche Angst hatten sie. Stille.

Liedvorschlag EG 99 „Christ ist erstanden“

Predigt (von Pfr. Marco Rückert, Sexau)
Worum geht es zu Ostern? Einer der 1. Klässler sagte im Reli-Unterricht: „Ich glaube, da ist irgend so ein Hase geboren.“ Andere ergänzten: „An Ostern ist Jesus geboren“ und schließlich einigten sich die Schüler darauf, dass an Ostern der Osterhase Eier versteckt. Mir standen spätestens jetzt alle, aber auch wirklich alle Haare zu Berge. Hatte ich doch mit viel Liebe vor drei Monaten die Weihnachtsgeschichte erzählt. Und dann das: „An Ostern ist Jesus geboren und der Hase hoppelt lustig über die Wiese.“
Ganz anders waren die Kenntnisse von Philipp. Philipp war ein kleiner Junge mit Downsyndrom, der in seiner Klasse immer ein bisschen gehänselt wurde. In der Osterzeit schickte die Lehrerin die Kinder nach draußen. Jedes Kind bekam einen kleines Plastik-Ei verbunden mit der Aufgabe, in der Natur irgendetwas zu suchen, was zu Ostern, zum neuen Leben im Frühling passt und in dieses Ei zu packen. Die Kinder strömten nach draußen, auch Philipp. Nach einiger Zeit kehrten sie zurück und stellten stolz ihre kleinen Behälter auf den Tisch der Lehrerin. Einen nach dem anderen öffnete sie und zeigte der Klasse, was darinnen war. Es gab Blumen, Blätter, einen Schmetterling. Die Klasse kommentierte alles mit
lauten „Ah’s“ und „Oh’s“. Da wurde ein kleines Ei geöffnet – leer, nichts drin, gar nichts. Das ist nicht fair, riefen die Kinder, einer hat seine Aufgabe nicht erfüllt. „Das ist mein Ei“, rief Philipp. „Oh nein“, stöhnten die anderen, „typisch Philipp, du kannst aber auch nichts richtig machen.“ „Nein“, sagte Philipp, „das stimmt nicht. Ich habe es so gemacht, wie es war. Es war doch leer. Das Grab war leer.“ Von da an hörten die Kinder auf Philipp zu ärgern. Ein paar Wochen später
wurde er krank. Philipp starb an einer Infektion, die andere Kinder sicher überlebt hätten. Er nicht. Zur Beerdigung kamen alle Kinder der Klasse; statt Blumen brachte jedes einen kleinen eiförmigen Behälter mit – einen leeren kleinen eiförmigen Behälter. Das war Philipps Osterpredigt. Er hatte es verstanden. Was ist Ostern? Das Grab war leer. Der ans Kreuz Genagelte lebt. Jesus ist auferstanden. Darum feiern wir heute.
Wie steht es mit Deiner Osterhoffnung? Worauf hoffst Du? Und wie weit reicht Deine Hoffnung? Es ist ein großer Unterschied, ob wir auf etwas oder auf jemanden hoffen. Auf etwas hoffen heißt: Wir hoffen auf einen schönen Frühling? Auf eine Gehaltserhöhung? Wir hoffen auf einen Neuanfang in unserer Ehe? Auf ein Kind? Darauf, dass es gut wird mit unseren Kindern? Oder doch zumindest besser? Wir hoffen auf Erfolg, Zuneigung, Sicherheit? Manchmal geht es in
unserer Hoffnung um Leben und Tod: Dann hoffen wir, dass es nicht Krebs ist, nicht Demenz, nicht Parkinson. Das Problem ist, dass es doch irgendwann irgendetwas davon ist. Das Problem ist, dass unsere Hoffnung ganz gewiss irgendwann enttäuscht wird. Dann lassen wir die Hoffnungen schrumpfen: Noch einmal ein Frühjahr erleben, eine Zeit ohne Schmerz, ein Fest in der Familie. Kleine Hoffnungen, wenn die großen nicht mehr erfüllt werden. Denn dieses Leben erfüllt unsere großen Hoffnungen immer nur vielleicht, und dann sehr bedingt und stets nur auf Zeit. Gut, dass es Hoffnungsbilder gegen den Tod gibt. Ostern, das heißt: Neues Leben, wo man es nicht mehr erwartet hätte, aufatmen können, wo alles stickig war, lachen, wo die Traurigkeit schon gesiegt zu haben schien. Ostern heißt, mit Hoffnung und Hoffnungsbildern in den Tag und in sein Leben gehen. Die Bibel ist voll von solchen  Hoffnungsbildern, die uns durch dunkle Zeiten hindurch tragen und begleiten können, aber auch durch unsern Alltag.
Auch der Apostel Paulus wollte seinen Lesern Hoffnung schenken. Die Hoffnung nämlich, dass mit Ostern etwas entscheidendes, etwas geradezu existentielles Geschehen ist. Er schreibt: Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!Ich will einmal versuchen mir das ganz praktisch vorzustellen. Paulus beschreibt einen existentiellen Kampf. Es geht buchstäblich um alles! Einen Kampf gegen einen mächtigen Gegner. Vielleicht gegen den mächtigsten Gegner, den die Welt je gesehen hat. Er heißt: König Tod. An
Ostern hat Jesus diesen mächtigen König besiegt. Weil Jesus auferstanden ist, muss Seine Majestät der Tod abdanken.
Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Erst wenn Seine Majestät der Tod abdankt, erst dann ist Ostern vollendet.
Sie müssen sich das wie im Kino vorstellen, wenn am Ende der Held auf den schlimmsten Schurken trifft. Spiel mir das Lied vom Tod, wird es dann zum letzten Mal heißen. Für den Tod wird es kein Happy End geben. Ich musste an dieser Stelle an eine Familie denken, deren Sohn mit 21 schwer an Krebs erkrankte. Die Metastasen haben gleich mehrere Organe befallen. Seit 1 ½ Jahren kämpft er gegen den Krebs. Die Aussichten zu überleben, waren von
Anfang an sehr schlecht. Jesus hat diese Familie durch diese Zeit hindurchgetragen. Er hat ihnen Mut und Kra ft gegeben für Reisen zu Ärzten, Kraft zu Chemo-Therapien, Kraft für Operationen. Er hat sie Rückschläge ertragen lassen. Heute sagen sie: Unser Sohn lebt schon länger als die Ärzte vorhergesagt haben. Gott sei Dank. Dem Tod ein Schnippchen geschlagen, etwas Land abgekauft. Vielleicht wird er es schaffen, vielleicht nicht.
Wer am Grab eines jungen Menschen stand, wer weinenden Eltern in die Augen sah, wer sich klar macht, wieviel Zukunft da vernichtet wird, wie bösartig der Tod Menschen auseinanderreißt, der weiß, worum es Ostern geht. Der Tod stößt uns in die Verhältnislosigkeit, er beendet jede Beziehung, reißt auseinander und macht kaputt. Er tut in allem das genaue Gegenteil von dem, was Jesus tut. Ostern ist erst am Ende, wenn der Tod am Ende ist. Der Tod kommt nicht als
Freund und er ist kein Erlöser. Wenn wir so reden, dann hat der Tod schon mitten im Leben so viel kaputt gemacht, dass wir nicht mehr dagegenhalten können. Paulus nennt ihn beim Namen: Er ist der Todfeind von uns Menschen. Am Ende geht es nur noch um ihn. Aber es ist keine Schlacht mit offenem Ausgang. Es ist ein Showdown, dessen Ende schon in einem kleinen Friedhofsgarten bei einem leeren Grab vor 2000 Jahren beschlossen wurde. Da wurde entschieden, wer siegt.
Der kleine Philipp weiß es: Das Grab ist leer. Der Tod hat sich an Jesus verschluckt. Noch kann er grausam zuschlagen, aber seine Tage sind gezählt, seine Niederlage steht fest. Am Ende ziehen wir mit Jesus in der Parade des Siegers. Ich stelle mir das gerne ganz plastisch vor. Eine Siegesparade im Himmel, Jesus geht vorneweg und wir Menschen folgen ihm nach. Alle sind sie da. Groß und Klein. Da plaudern Petrus und Paulus munter miteinander, davor sehe ich – laut singend – die vielen unschuldigen Kinder, die Opfer von Krieg und Gewalt wurden. Mutter Teresa geht da irgendwo, kaum zu sehen, weil sie fast verschwindet in der Schar der Ärmsten der Armen, die erhobenen Hauptes in der großen Parade mitmarschieren. Philipp ist mit dabei und vielleicht hält er ein kleines leeres Plastik-Ei in der Hand. Und irgendwo mittendrin wird es uns geben, werden wir auch mitziehen, hinter Jesus her, dem wir jetzt im Leben folgen, ohne ihn zu sehen, und dann werden wir ihm aus dem Tod heraus folgen und werden ihn sehen. Irgendwo wird ein Platz für uns sein. Und auch die lieben Menschen, um die wir einst getrauert haben, werden dabei sein. Das, ihr Lieben, ist Ostern! Der Herr ist auferstanden! Er lebt – und wir sollen auch leben. Das ist die Wahrheit und unsere Hoffnung. Amen.

Liedvorschlag EG 100 „Wir wollen alle fröhlich sein“

Fürbitten
Halleluja, wir leben in einer Welt des Todes, aber du bist unser Weg ins Leben, gnädiger Gott, vor dir singen wir unser Lied, vor dir werden wir still, zu dir geht unser Gebet. Halleluja, wir sind verzagt, aber du sprichst uns an, lebendiger Gott, wir greifen nach deiner Hand, hören auf dein Wort, schauen auf dich.
Halleluja, wir danken dir für das Leben Jesu, sein Zeugnis bis in den Tod, sein neues Leben im Glauben. Sein Bild leuchtet uns, seine Liebe richtet uns auf, sein Leben schenkt uns Hoffnung. Von seinem Geist erfüllt verlassen wir die Enge unserer Angst und schauen auf diese weite Welt. So bringen wir vor dich: Die Menschen, die unter Krieg und Gewalt leiden, Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht,
alle, die verfolgt werden, weil sie für die Gerechtigkeit kämpfen, alle, die wegen ihres Glaubens bedrängt werden, die Armen und Leidtragenden, die Sanftmütigen und Barmherzigen, die reinen Herzens sind und die Friedfertigen. Du wälzt den Stein fort und machst uns frei. Vor dir sind wir nicht allein, nicht verloren in unserer Angst. Vor dir sind wir verbunden mit allen Menschen guten Willens, mit allen, die dein Geist erfüllt, mit allen, die Jesus folgen auf dem Weg ins Leben. Halleluja! Stille. Vater unser im Himmel…

Segen
Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen

Hausgottesdienst Karfreitag

Schön, dass Sie einen Hausgottesdienst feiern wollen – allein bei Ihnen zuhause und doch verbunden mit Gott und vielen Menschen.
Wir werden heute miteinander Abendmahl feiern. Nehmen Sie sich Zeit, den Tisch zu decken. Ein Stück Brot. Einen Schluck Wein,
Traubensaft oder einen Schluck von dem, was Ihnen besonders kostbar ist. Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Gottesdienst!

Ihre Pfarrerin Christina Schäfer

Glockengeläut
Zünden Sie eine Kerze an. Halten Sie einen Moment Stille.

Votum
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gebet

Gott, wir kommen zu dir an diesem Karfreitag. Sehen auf dein Kreuz. In ihm spiegelt sich das Kreuz so vieler Menschen,
die Gewalt leiden, sinnlose Tode sterben müssen. Am Kreuz sehen wir, wozu wir Menschen fähig sind. In der Stille bringen
wir dir das Dunkel der Welt und unser eigenes Dunkel. Wo wir schuldig geworden sind. Wofür wir uns schämen. Womit
wir alleine nicht fertig werden. – Stille – Gott, lass uns in unserem Dunkel nicht allein. Lass in uns die Hoffnung stark
werden, dass bei dir das Kreuz, die Gewalt, unser Scheitern, nie das Ende, sondern erst der Anfang ist. Versöhne uns mit
dir und mit uns selbst. Und lass in deinen Händen heilwerden, was hier zerbrochen bleibt. Amen.

Lied: O Haupt voll Blut und Wunden (EG 85,1+5)

Lesung Lk 23,32-49
Es wurden aber auch noch zwei andere Verbrecher mit ihm zur Hinrichtung geführt. Und als sie an den Ort kamen, der Schädel
genannt wird, kreuzigten sie dort ihn und die Verbrecher, einen zur Rechten, den anderen zur Linken. Jesus aber sagte: „Vater vergib
ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Sie aber teilten seine Kleider unter sich und warfen das Los darüber. Und das Volk stand
und sah zu. Und die Verantwortungsträger spotteten: „Andere hat er gerettet, er soll doch sich selbst retten, wenn dieser da Christus
ist, der Auserwählte Gottes.“ Aber auch die Soldaten trieben ihr Spiel mit ihm, traten vor ihn hin, brachten ihm sauren Wein und
sagten: „Wenn du der König der Juden bist, rette dich selbst!“ Da war aber auch eine Inschrift über ihm: Dieser ist der König der
Juden.
Einer aber von den Verbrechern, die hingen, verhöhnte ihn und sagte: „Bist du nicht der Gesalbte? Rette dich selbst und uns!“ Da
antwortete der andere und hielt ihm scharf entgegen: „Fürchtest du Gott nicht einmal jetzt, wo du im selben Gericht bist? Und: Wir
sind es zurecht, denn wir bekommen, was unsere Taten wert sind. Dieser aber hat nichts Falsches getan.“ Und er sagte zu Jesus:
„Erinnere dich an mich, wenn du in dein Reich kommst!“ Und er sagte zu ihm: „Amen, dir sage ich: Heute wirst du mit mir im Paradies
sein.“
Und es war schon um die sechste Stunde und Dunkelheit wurde über dem ganzen Land bis zur neunten Stunde. Und die Sonne
verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel aber wurde in der Mitte zerrissen. Und mit lauter Stimme rief Jesus: „Vater, in deine
Hände lege ich meinen Geist.“ Das gesagt, hauchte er den Geist aus.
Als aber der Zenturio sah, was geschah, pries er Gott und sagte: „Dieser Mensch war wirklich ein Gerechter!“ Und alle, die
zusammengekommen waren zu diesem Spektakel, und gesehen hatten, was geschehen war, schlugen sich an die Brust und gingen
nach Hause. Alle aber, die ihn kannten, standen von Ferne, auch die Frauen, die ihm aus Galiläa gefolgt waren, und sahen das.

Impuls
Besatzung. Und am Ende hängt einer am Kreuz. Nein, nicht einer. Zwei. Drei. Unzählige. Römisches Reich. Vor 2000
Jahren.
Besatzung. Und am Ende ist unser Kopf voller Bilder. Mariupol. Butscha. Kramatorsk. (Und eigentlich könnten da auch
Bilder sein aus Syrien, aus Mali, aus dem Jemen.) Nicht vor 2000 Jahren. Und nicht 1945. Heute. Menschen zermalmt von der Gewalt anderer Menschen. Menschen voller Hoffnungen und Träume. Menschen wie du und ich. Menschen wie er.
Und am Ende hängen Menschen an Kreuzen und sterben sinnlose Tode. Liegen auf Straßen, nackt und bloß.
Die Menschen sagen: Wo ist dein Gott? Und vielleicht klingt diese Frage auch in mir, in dir: Wo bist du, Gott, in diesem Leid? Kann ich die Antwort aushalten? „Am Kreuz“. Da, wo es am dunkelsten ist. In der größten Angst. Im unerträglichsten Schmerz. An der Seite derer, denen alles genommen wird. Aber wer braucht einen Gott, der wie wir am Kreuz hängt? Was kann der schon tun? Wo ist seine Macht? Warum rettet er nicht – sich selbst, uns? „Soll er sich dich retten, wenn er der Auserwählte Gottes ist!“ „Bist du nicht der Gesalbte? Rette dich selbst und uns!“ Ich glaube, das ist nicht nur Hohn.
Ich glaube, das ist eine verzweifelte Hoffnung, dass Gott Gott sein soll. Sein  Macht einsetzt und zeigt. Und ich glaube, es ist eine verzweifelte Hoffnung, weil diese Vorstellung von „Macht“ so menschlich ist. „Bist du nicht der Gesalbte? Rette dich und uns!“ Zeig deine Macht! So, wie das Römische Reich seine Macht zeigt. So, wie Putin seine Macht zeigt. Nur mehr. Nur größer. Mächtiger. Gewaltiger. Er steigt nicht herab. Er bleibt am Kreuz.
Mir ist ein Bild aus diesem Krieg tief ins Herz gedrungen. Das Bild von ukrainischen Menschen, die einem russischen Gefangenen ihr Handy gegeben haben. Um seine Mutter anzurufen. Zu sagen: Ich lebe. Es geht mir gut. Diese Menschen haben Putins Macht in einem Augenblick zerbröckeln lassen. Vor aller Augen. Trotz aller seiner Panzer, Bomben, Flieger.

Sie haben keine Macht ausgeübt. Sie haben sich angesichts   schlimmster Gewalt nicht ihre Menschlichkeit nehmen lassen.
Das war ihre Macht. Was Putin bleibt, ist nur Gewalt. Macht ist etwas ganz anderes.  Vielleicht ist sie das, Gottes Macht: Sich nicht der Mittel der „Machthaber“ zu bedienen. Noch mehr Macht, noch mehr Gewalt. Einfach der Stärkere sein. Und die anderen damit noch mehr zu Opfern zu machen. Damit die Zweiteilung der Welt akzeptieren. In die, die Macht haben und deren Opfer.
Was sich in Ohnmacht kleidet, ist viel mächtiger. Am Kreuz bezieht Gott Position. Auf Seiten der Opfer: Ich bin da, wo Menschen Gewalt erleiden. Verzweifeln. Die Hoffnung, allen Glauben verlieren. Ich stehe auf eurer Seite. Das bedeutet es, nicht vom Kreuz herabsteigen: Konsequent auf Seiten der Opfer stehen – ohne selbst zum Täter zu werden. Den Opfern Kraft geben, die Ohnmacht zu leben und zu verwandeln. Die Kraft, zu hoffen, wo Hoffnung verrückt scheint. Diese wilde Hoffnung, die Menschen treibt, einander zu helfen. So wie es Mitarbeitende der Diakonischen
Initiative in Hügelheim gemacht haben. Sie haben einen Hilferuf aus der Ukraine bekommen. Menschen mit Beeinträchtigung und ihre Familie schafften es nicht über die Grenze nach Polen. Innerhalb weniger Stunden haben sie beschlossen, einfach loszufahren, ins Ungewisse und die Menschen zu holen. Über 20 Stunden sind sie durchgefahren. Ohne zu wissen, was sie erwartet, wie sie alle unterbringen sollen, ob die Finanzierung steht. Haben in Polen Menschen und auch ihre Haustriere eingeladen, sind weitergefahren, haben von unterwegs pausenlos Hindernisse aus dem Weg geschafft, Unterkünfte und Hilfsmittel organisiert, Gelder eingeworben. Kamen unglaublich erschöpft zurück – aber sie
haben es geschafft. Das scheinbar Unmögliche.
Ich glaube, das ist seine Macht. Neben uns zu stehen in unserer Ohnmacht, sie zu teilen und zu verwandeln. In diese
wilde, verrückte Hoffnung. Die uns am Leben hält und uns sagt: Steh auf!
Dieser Macht setzt auch unser Tod keine Grenze. Viel zu viele Menschen haben in diesem sinnlosen Krieg ihr Leben gelassen. Sind der Gewalt und der missbrauchten Macht zum Opfer gefallen.
Dazu brauchen wir den Gott am Kreuz. Der so ganz anders ist als alle unsre Macht. Und das werden wir in drei Tagen, an Ostern feiern: Er steht auf und an unserer Seite. Und er bleibt dort – bis zuletzt. Er ist der, der mich selbst im Tod nicht verlässt. Und dann noch einmal sagen wird: Steh auf.
Amen.

Lied: Verraten, verspottet (NL 203,1-4)
Abendmahl

Sprechen Sie leise für sich oder laut miteinander die Einsetzungsworte zum Abendmahl.
Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, als er verraten wurde, nahm er das Brot, dankte und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmt hin und esst: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches tut zu meinem Gedächtnis.
Ebenso nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach:
Nehmt hin und trinket alle daraus: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches tut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis.
Miteinander beten wir als Tischgebet das Vater unser.

Vaterunser
Sie haben Brot und Wein oder Saft bereitgestellt. Wenn Sie mit mehreren am Tisch sitzen, reichen Sie sich das Brot zu
den Worten „Das Brot des Lebens – für dich“ und den Wein mit den Worten „Der Kelch des Heils – für dich“.
Wenn Sie – wie viele von uns – allein am Tisch sitzen, spreche ich Ihnen diese Worte jetzt zu:
Es ist alles bereit. Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist!
Nimm das Brot des Lebens – für dich. Nimm den Kelch des Heils – für dich. Das stärke und bewahre dich im Glauben zum ewigen Leben.

Fürbittengebet  Wir beten für uns und für die Welt:
Gott, sei da in dieser kriegsdurchfurchten Zeit. Sei da in den Liedern, die Menschen gegen die Angst singen. In Bunkern, in Flüchtlingsunterkünften, an der Front. Sei da in den Gebeten, die Menschen füreinander sprechen. Mütter mit ihren Kindern, für die Väter, für die Verwundeten, und die, die trauern. Sei da an den Orten, wo Menschen verwundet und getötet werden. Lass niemanden allein. Auch nicht in seiner letzten Minute. Sei da bei den politisch Verantwortlichen.
Bei denen, die sich gegen den Krieg stemmen, und bei denen, die es in der Hand haben, die Waffen niederzulegen. Sei du der Mut, den es dazu braucht. Und die Mitmenschlichkeit. Sei du bei uns, wenn wir beten, wenn wir versuchen zu helfen. Sei der Blick, der uns sehen lässt, was gerade gebraucht wird. Und der Funke Hoffnung, der uns trägt, Halt gibt und weitermachen lässt. Du bist das Licht der Welt, vertreib unser Dunkel. Amen.

Lied: Holz auf Jesu Schulter (EG 97,1-6)

Segen
Der Herr segne und behüte uns. Er lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig, er erhebe sein Angesicht
auf uns und schenke uns Frieden. Amen.
Auf Wiedersehen bis zum nächsten Hausgottesdienst am Ostersonntag.